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Kommentar

Die HSG braucht einen Rektor ohne private Nebenbeschäftigungen

Schon wieder negative Schlagzeilen für die Universität St.Gallen. Dieses Mal betreffen sie ausgerechnet Rektor Thomas Bieger. Die renommierte Bildungsinstitution muss künftig von einem Chef geführt werden, der sich ausschliesslich um die Belange der Uni kümmert.
Stefan Schmid
Stefan Schmid. ©Benjamin Manser / TAGBLATT

Stefan Schmid. ©Benjamin Manser / TAGBLATT

Als hätte die Uni St. Gallen derzeit nicht der Unbill genug. Nach dem Spesenskandal und Professoren, die wegen privater Geschäftstätigkeiten ins Zwielicht geraten sind, blättert nun auch an Rektor Thomas Bieger der Lack ab.

Bieger war in seiner Funktion als Verwaltungsratspräsident der Jungfraubahnen in Börsenmanipulationen involviert, die nun von der Finma gerügt worden sind. Ob er davon gewusst oder diese angeordnet hat, ist unklar. Letztlich spielt das auch keine Rolle. Als Chef des Aufsichtsgremiums muss er für die Tätigkeiten der Firma ohnehin geradestehen.

Im Unterschied zu anderen HSG-Exponenten ist Bieger natürlich nicht irgendwer, sondern der oberste Repräsentant der Uni. Das macht die Sache für die HSG besonders unangenehm. Und es wirft die Frage auf, ob es weiterhin opportun ist, dass der Rektor Nebenbeschäftigungen in der Privatwirtschaft nachgeht.

An der HSG gehören diese Tätigkeiten zur DNA. Die Universität holt damit nicht nur verhältnismässig viele Drittmittel aus der Wirtschaft ab. Sie profitiert auch von der Praxiserfahrung ihrer Professoren. Allein: Die akademisch-wissenschaftliche Tätigkeit muss unabhängig sein und nach Wahrhaftigkeit streben. Wird sie mit Geschäftsinteressen vermischt, kann dies zu problematischen Abgrenzungsschwierigkeiten führen. Insbesondere beim Rektor, der mehr als alle anderen für die Unbestechlichkeit der Wissenschaft stehen muss.

Die HSG ist daher gut beraten, künftig nur noch Rektoren zu beschäftigen, die sich ausschliesslich um die Uni kümmern. Als Aussenstehender wundert man sich ja ohnehin: Woher nimmt der Chef einer Bildungsinstitution dieser Grösse die Zeit, noch anderen Beschäftigungen seriös nachzugehen.

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