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Grossbank überbietet die Stadt St.Gallen: Credit Suisse kauft ehemaligen Wegelin-Hauptsitz

Die Credit Suisse hat das Gebäude am Bohl 17 gekauft. Auch die Stadt war an der Liegenschaft interessiert, wurde aber überboten.
Christoph Renn
Die Stadt übernimmt das «Nonolet» (links) von der Raiffeisenbank, die Credit Suisse das «Haus zum Notenstein». (Bild: Ralf Ribi)

Die Stadt übernimmt das «Nonolet» (links) von der Raiffeisenbank, die Credit Suisse das «Haus zum Notenstein». (Bild: Ralf Ribi)

Am Bohl hat es kürzlich Bewegung in der Immobilienlandschaft gegeben. Die Handänderungen zeigen: Die Raiffeisenbank hat gleich mehrere Liegenschaften an der Schwertgasse verkauft. Das bedeutendste Gebäude, das die Bank abstösst, ist aber jenes am Bohl 17. Dort gründete die Familie Wegelin Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Privatbank der Schweiz. 2012 zog dann die Privatbank Notenstein ins Gebäude ein, die damals noch unter Pierin Vincenz zum Raiffeisenkonzern gehörte.

Das markante «Haus zum Notenstein» bleibt aber weiterhin in der Hand einer Schweizer Grossbank. Die Credit Suisse Funds AG hat das Gebäude ersteigert. Am geschichtsträchtigen Haus war auch die Stadt interessiert, wie Stadträtin Maria Pappa sagt. «Die CS hat uns aber überboten. Wir können keinen Preis weit über dem Marktwert bieten.»

Offene Zukunft für das markante Gebäude

Für den jetzigen Mieter wird sich in naher Zukunft nichts ändern. «Die Liegenschaft ist langfristig an die Bank Vontobel vermietet», heisst es auf Anfrage bei der Credit Suisse. Es bestünden keine weiteren Planungen zum Gebäude. Somit lebt die Tradition der Bankgeschäfte am Bohl 17 weiter.

Die Ära Wegelin am Bohl geht zudem mit dem Verkauf der Liegenschaft an der Schwertgasse 1 definitiv zu Ende. In diesem Gebäude, das zuletzt ebenfalls der Raiffeisenbank gehörte, eröffnete einst der ehemalige Geschäftsführer und Teilhaber der Privatbank Wegelin das Restaurant Nonolet. Seit Ende des vergangenen Jahres blieben die Türen jedoch verschlossen. Als Letzter wirtete Wolfgang Kahr im «Nonolet». Er betreibt die Enoteca La Vigna an der Engelgasse 12. Das «Nonolet» und die Wohn- und Geschäftshäuser an der Schwertgasse 3 und 5 hat die Stadt erworben.

Die Stadt sucht Pächter für das «Nonolet»

Für das ehemalige «Nonolet» sucht die Stadt laut Stadträtin Maria Pappa neue Wirte. «Wir werden die Pacht bald öffentlich ausschreiben.» Was die Stadt mit den anderen Liegenschaften plane, stehe noch nicht definitiv fest. «Wir sind immer auf der Suche nach Geschäftshäusern an dieser Lage auch für die eigene Nutzung», sagt Pappa. Vor allem wegen der Nähe zum Amtshaus der Stadtverwaltung an der Neugasse 1 seien diese Liegenschaften optimal.

Ursprung geht ins 16. Jahrhundert zurück

Die Gesellschaft zum Notenstein war seit dem 15. Jahrhundert die Vereinigung der Kaufleute. Ihre Funktion bestand in der Schaffung und Durchsetzung wirtschaftlicher Normen. Vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts befand sich das Gesellschaftshaus der Notensteiner am Bohl an der Stelle des heutigen Bankhauses Vontobel. Beim Vorgängerbau handelt es sich um ein 1555 erbautes burgähnliches Gebäude, das an das ehemalige Brühltor angebaut war. 1798 wurde die Gesellschaft aufgelöst, wie es in der Broschüre zum Textilweg heisst.

Hans Anton Zyli, Erbe des Speditions- und Handelshauses «Capsar Zyli», kaufte das alte Gesellschaftshaus. Er liess es abreissen und erbaute an derselben Stelle den heutigen «Nothveststein» als Wohn- und Geschäftshaus. Mitte des 19. Jahrhunderts und mit dem Einstieg der Familie Wegelin konzentrierte sich das Unternehmen vollständig auf das Bankgeschäft – Wegelin und Co. war die erste Privatbank der Schweiz. 2012 ist die aus Wegelin und Co. hervorgegangene Privatbank Notenstein ins «Haus zum Notenstein» eingezogen. Heute ist die Bank Vontobel im Gebäude eingemietet. (ren)

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