Kolumne

Handballfeste im Exil

Der HC Kriens-Luzern zeigt starke Leistungen. Doch für richtige Handballfeste fehlt dem Klub die richtige Halle.

Cyril Aregger
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Cyril Aregger.

Cyril Aregger.

Innerschweizer Handball auf der europäischer Bühne. Da kommen Erinnerungen auf. In den 1990er-Jahren feierte Borba Luzern grosse internationale Handballfeste. 1995 stiessen die Luzerner bis in den Halbfinal des Europapokals der Pokalsieger vor. Weit über 3000 Zuschauer verwandelten die proppenvolle Surseer Stadthalle in einen Hexenkessel. Unvergessliche Momente für alle, die mit dabei waren.

Der HC Kriens-Luzern trat die Nachfolge Borbas als Flaggschiff des Innerschweizer Männerhandballs an. Auf europäischer Ebene verpasste der HCKL gegen Metalurg Skopje am Dienstag hauchdünn den Einzug in die Gruppenphase der European League. Die ganz grossen internationalen Auftritte bleiben dem Kriensern somit vorerst verwehrt.

Trotz der sportlichen Enttäuschung: Das Ergebnis dürfte bei den Krienser Verantwortlichen auch für ein leises Aufatmen gesorgt haben. Europäische Kampagnen sind für Schweizer Handballklubs so gut wie sicher ein Verlustgeschäft, TV-Einnahmen sind kaum zu erzielen.

Wie einst Borba Luzern musste der HC Kriens-Luzern sein Europacup-Abenteuer im Exil bestreiten. Während die Borbaner aber noch in der Region bleiben konnten und in Sursee Unterschlupf fanden, musste Kriens-Luzern ins (gefühlt) ferne Zürich ausweichen – was zusätzliche Aufwände und Kosten generierte.

Der HC Kriens-Luzern sorgt auf dem Spielfeld derzeit für Furore, auch dank junger Spieler aus der Region. Aber auch das nächste europäische Abenteuer – dann hoffentlich ohne Pandemie-Massnahmen – wird wieder fern der Heimat ausgetragen werden müssen. In der Innerschweiz gibt es keine Halle mehr, die den Vorgaben des europäischen Handballverbandes entspricht.

Kein Wunder, sehnt sich der HC Kriens-Luzern nach der Pilatus-Arena, über die in Kriens Ende November abgestimmt wird. Es wäre eine 4000 Zuschauer fassende Heimstätte für die grossen Momente des Innerschweizer Hallensports. Nicht nur für die Handballer, sondern beispielsweise auch für die Luzerner Volleyballer, die eben mit dem Supercup ihren ersten Titel gewannen. Zu Hause lassen sich Feste nun mal besser feiern als im Exil.

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