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Kommentar

Harrys Hochzeit lässt Sie kalt? Auch gut

Royal Wedding
Odilia Hiller
(Bild: Michel Canonica)

(Bild: Michel Canonica)

Nun sind sie also Mann und Frau. Dass die turbulenten Wochen vor der Hochzeit des englischen Prinzen Harry und der US-Schauspielerin Meghan Markle Spuren hinterlassen haben, war dem Bräutigam anzusehen. Er konnte seine Anspannung am Samstag vor der prächtigen Kulisse von Schloss Windsor nur dürftig verbergen. Harry heiratet eine Bürgerliche mit einer amerikanischen «White Trash»-Familie im Rücken, die keine Gelegenheit auslässt, die erfolgreiche Halbschwester und Tochter vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu blamieren.

Auch Meghan Markles Mutter Doria Ragland flatterte. Noch bevor die Zeremonie begann, flossen bei ihr die Tränen. Für sie müssen der Druck und das Gebaren der Familie ihres Ex-Mannes besonders schwer zu ertragen sein.

Dagegen wirkte die Braut, welche die erste Hälfte des langen Ganges zum Altar in Abwesenheit ihres Vaters ganz alleine bewältigte, fast schon unheimlich gefasst. Vielleicht hat die Tatsache, dass sie ausgebildete Schauspielerin ist, ihr dabei geholfen, ihre Emotionen im Zaum zu halten.

Das lässt Sie alles kalt? Auch gut. Niemand ist verpflichtet, sich für etwas zu interessieren, das rund eine Milliarde Menschen weltweit vor die Bildschirme fesselt und England für einen Tag ausser Gefecht setzt.

Etwas bemühend ist nur, dass nicht wenige Menschen, die behaupten, dass sie die Heirat des jüngeren Sohnes von Lady Diana völlig kalt lässt, heute genauso gebannt vor dem Fernseher oder Mobiltelefon klebten wie jene, die keine Mühe haben, zuzugeben, dass sie sich so etwas gerne zu Gemüte führen.

Die Briten, mit denen die «Ostschweiz am Sonntag» das royale TV-Spektakel anschaute (Seite 14), äussern die These, dass sich Schweizerinnen und Schweizer gerne desinteressiert geben, weil sie nicht als oberflächlich und seicht dastehen möchten. Diese Frage stellen sich die meisten Engländer nicht. Das britische Königshaus gehört für viele von ihnen zu ihrer Kultur und Identität. Auffallend ist der Respekt, den auch aufgeklärte, moderne und bestens ausgebildete Briten ihrer Königin entgegenbringen.

Man kann über Queen Elizabeth spotten, soviel man möchte. Dass diese Frau über eine grenzenlos scheinende Selbstbeherrschung verfügt und mit erstaunlich viel Geschick und Diskretion ihre weitverzweigte Macht ausübt, ringt nur ganz verblendeten Feinden der Monarchie keine Anerkennung ab.

Nun ist ihr Enkel, der einst wilde Harry, unter der Haube. Und eine, so scheint es, intelligente, progressive Amerikanerin spinnt im Verbund mit Harry und seinem Bruder William und dessen Frau Kate den Faden der Geschichte der britischen Monarchie weiter.

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