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Kommentar

HSG-Turbulenzen: Wer zuoberst mitspielt, steht unter Beobachtung

Kritische Auseinandersetzung mit einer Institution hört nicht auf, nur weil sie für die Region und den Bildungsstandort unentbehrlich ist.
Odilia Hiller
Odilia Hiller, Leiterin "Ostschweiz am Sonntag". (Bild: Michel Canonica)

Odilia Hiller, Leiterin "Ostschweiz am Sonntag". (Bild: Michel Canonica)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Am Freitag hat der Rektor der Universität St.Gallen, Thomas Bieger, das Wort ergriffen. Erstmals seit Bekanntwerden der Affäre Raiff­eisen und dem Rücktritt des HSG-Professors Johannes Rüegg-Stürm als Verwaltungsratspräsident der Bank, gegen deren Ex-Chef Pierin Vincenz die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt. Erstmals, seit der mutmassliche Spesenmissbrauch um den Ex-Direktor des Instituts für Finanzwissenschaft, Finanzrecht und Law and Econocmics (IFF), Peter Sester, bekannt wurde. Und erstmals, seit der Audi-Chef und HSG-Honorarprofessor Rupert Stadler in Deutschland im Zuge des Diesel-Skandals verhaftet worden ist.

Das alles ist Monate her. Zu den Angelegenheiten hüllte sich die Universität bisher entweder in Schweigen, suchte Ausflüchte – oder schickte die Prorektorin für Internationalität und regionale Verankerung, die Germanistin Ulrike Landfester, vor, um Journalistenfragen zu beantworten. Oder, im Falle der Spesensache, den Präsidenten des Universitätsrats, Regierungspräsident Stefan Kölliker, der wegen laufender Verfahren auch nichts sagt.

Besser spät als nie, kann man zur Reaktion des Rektors sagen. Aber doch eher spät. Bieger, der offen zugibt, dass das Ganze unangenehm ist, beschönigte am Freitag kaum und verwies pflichtschuldig auf die erhöhten Anstrengungen der HSG in Sachen Verantwortung und Ethik. So wird beispielsweise eine «Spurgruppe Werte und Entwicklung» ab Herbst zu einer ständigen Senatskommission und das Reglement für Nebentätigkeiten überprüft. Das sind Zeichen einer Einsicht. Es ist aber vor allem Schadens­begrenzung.

Gerne hätten die HSG-Verantwortlichen, die Medien würden vor allem über ihre Erfolge berichten. Auch am Mediengespräch riefen sie dazu auf, die Relationen zu wahren und der Universität von Weltrang doch bitte genug positive Aufmerksamkeit zu schenken.

Dazu nur so viel: Die «Ostschweiz am Sonntag» berichtete über sämtliche HSG-Jungunternehmer, die am Freitag im Jahresrückblick besonders hervorgehoben wurden, in den vergangenen Monaten mindestens einmal: Iman Nahvi von Advertima, Tobias Wolf von OnlineDoctor.ch, Essento mit ihren Insektenlebensmitteln und Lea von Bidder, HSG-Gründerin des Jahres 2017, mit ihrem Fruchtbarkeitstracking via Armband. Ihnen allen widmeten wir grosse Porträts.

Als internationale Kaderschmiede muss der Universität jedoch klar sein, dass sie gerade bei Unregelmässigkeiten unter erhöhter Beobachtung steht. Und dass die kritische Auseinandersetzung nicht aufhört, nur weil die HSG für die Region und den Bildungsstandort unentbehrlich ist.

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