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Kommentar

Spitalregion Säntis: Eine SP-Initiative für die Galerie

Nicht einmal die Parteien schaffen es, ihre Spitalpolitik über die Kantonsgrenzen hinaus zu koordinieren. Ein Beispiel liefert diese Woche die Innerrhoder SP.
Andri Rostetter
Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter (Bild: Ralph Ribi)

Die Ostschweizer Spitallandschaft ist aus dem vorletzten Jahrhundert. Zumindest wenn man das Gründungsjahr des St.Galler Kantonsspitals zum Massstab nimmt. Das Spital, seit 1873 in Betrieb, ist mittlerweile mit Abstand das grösste der Ostschweiz. Schon wenige Kilometer Luftlinie entfernt spielt das aber keine Rolle mehr. Die Innerrhoder wollen ihr eigenes Spital. Vor einem Jahr hat sich das Volk für einen 40 Millionen Franken teuren Neubau entschieden. Mit weitsichtiger Planung hatte das wenig zu tun. Aber viel mit Kantönligeist und finanzpolitischer Nonchalance. Wer heute noch neue Spitäler plant, muss ziemlich viele Widersprüche ausblenden.

Bis jetzt scheint das in Innerrhoden einzig die SP gemerkt zu haben. Am Donnerstag will sie ihre Initiative für eine «Versorgungsregion Säntis» präsentieren. Die Vorlage, die Ende April vor die Landsgemeinde kommt, verlangt eigentlich das Richtige: Eine Spitalplanung, die sich nicht an regionalpolitischem Wunschdenken orientiert, sondern am realen Bedarf.

Man muss kein Prophet sein, um den Ausgang vorauszusehen. Nach dem letztjährigen Ja zum eigenen Spital werden die Innerrhoder nun keine Kehrtwende machen. Der Vorschlag kommt zudem aus der falschen Ecke. In Innerrhoden ist die SP eine Mini-Opposition ohne Hausmacht in der Regierung.

Bezeichnend ist auch: Nicht einmal die Parteien schaffen es, ihre Spitalpolitik über die Kantonsgrenzen hinaus zu koordinieren. Wäre dies der Fall, stünde die Innerrhoder SP diese Woche nicht allein vor den Medien. Sondern zusammen mit den Ausserrhoder und St.Galler Genossen. Oder noch besser: Mit einem überparteilichen Komitee für eine gesamtostschweizerische Spitalinitiative. Das dürfte eine Illusion bleiben. Was die Regierungen nicht können, können in der Regel auch die Parteien nicht.

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