Kolumne Landauf, landab
Autorennen im Kinderzimmer

Der Nationalrat hat zugestimmt, dass in der Schweiz Autorennen wieder möglich sein sollen. Unser Autor ist skeptisch. Doch ein Spielzeug belehrt ihn eines Besseren.

Reto Bieri
Reto Bieri
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Blochende Boliden und spektakuläre Crashs: Wer Benzin im Blut hat, den freut die Nachricht, dass in der Schweiz Autorennen wieder möglich sein sollen. Der Vorschlag, der angesichts des Klimawandels ziemlich aus der Zeit fällt, stammt vom Luzerner FDP-Nationalrat Peter Schilliger. Schwebt ihm ein Rundkurs in heimischen Gefilden vor? Formel 1 auf dem Emmer Flugfeld? Rally rund um den Napf? Vielleicht hilft als Inspiration ja ein Brainstorming mit den Autoposern, die in der Stadt Luzern abends am Wochenende ihre neusten Soundkreationen präsentieren.

Eine Autorennbahn sorgt für Hochspannung im Kinderzimmer.

Eine Autorennbahn sorgt für Hochspannung im Kinderzimmer.

Bild: Robert Byron

Zwar mag ich es, wenn ab und zu Hochprozentiges durchs Blut fliesst, Benzin ist mir aber zu starker Tobak. Was attraktiv daran sein soll, einen Sonntagnachmittag lang Fahrzeugen zuzuschauen, die Dutzende Runden im Kreis drehen, erschliesst sich mir nicht. Doch ich musste meine Meinung kürzlich revidieren. Zum Geburtstag hat mein Sohn nämlich eine Carrera-Spielzeugauto-Bahn geschenkt erhalten. Irgendwann gibt man den Stürmis halt nach.

Ich war skeptisch, sehr skeptisch. Doch ich gestehe: Es macht richtig Spass. Wider Willen haben mich Rennfieber und Geschwindigkeitsrausch gepackt. Es macht fast ein bisschen süchtig, wenn die kleinen Flitzer über die Bahn fliegen. Keine Angst, Benzin fliesst auch künftig nicht in meinem Blut. Gegeneinander Rennen fahren ist in erster Linie einfach ein tolles Vater-Sohn-Gemeinschaftserlebnis. Das Spielzeug hat sogar Vorbildcharakter: Die Carrera-Boliden fahren nämlich elektrisch.