Landauf, landab
Es geht um die Wurst

Was tun, wenn Beizen in der Metzgete-Saison geschlossen sind? Ab an den Herd, aber zuvor sauber Recherchieren.

Roger Rüegger
Roger Rüegger
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In einer Metzgerei werden Würste verarbeitet.

In einer Metzgerei werden Würste verarbeitet.

Bild: Bruno Kissling

Wie haben wir uns doch auf Künzlis Metzgete im Schlossberg gefreut. Angekündigt war diese auf Mitte Februar. Lange vorher war jedoch klar, dass daraus nichts wird. Wir lernten im vergangenen Jahr zwar, auf vieles zu verzichten – Würste, Speck, Rippli, Gnagi, Rösti und Sauerkraut aber wollten wir nicht entbehren. Wie vorgesehen wurde also eine Sau termingerecht auf fünf Teller verteilt. Statt im Wirtshaus nun eben privat, unter Auflagen und innerhalb der Familie, quasi.

Nicht einfach war die Besorgung. Das Vorkommen von Leberwürsten etwa war nur durch gezielte Recherche herauszufinden. Ich informierte mich telefonisch bei einem von zwei Metzgern in Dagmersellen nach seinem Wurststand. Er hatte alles – bis auf die Leberwürste. Fünf von sechs Fleischvarianten, was will man mehr. «Ich komme!»

Unterwegs stoppte ich aber noch in Rothrist, also im Aargauer Teil des Wiggertals, bei einer befreundeten Fleischfachfrau. Auch sie hatte keine Leberwurst, weil ihr Sortiment bereits auf Grillsaison umgestellt war. Sie habe jedoch gehört, dass der andere Metzger an meinem Zielort welche habe, flüsterte sie mir zu.

Hierzu drei Fragen: Warum schickte die Frau mich zur Konkurrenz? Warum heisst der Metzger mit der Leberwurst gleich wie der Wirt ohne die Metzgete? Und warum hört man im Aargau, welcher Metzger im Luzernischen noch Leberwürste im Angebot hat?

Nach den Antworten pfeift eigentlich kein Schwein. Viel wichtiger ist: Die Metzgerin hatte recht. Danke für den Service Schüblig!

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.