U20-Kolumne
Zwischen eigennützigem Pragmatismus und utopischem Idealismus

Die 18-jährige Tabea Schürmann von der Kantonsschule Willisau über ein ausgewachsenes Dilemma in der heutigen Zeit.

Tabea Schürmann
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Sind die Zukunftswünsche der «halbwüchsigen Öko-Fanatiker*innen» und der «selbstlosen Gerechtigkeitskämpfer*innen» eine Illusion? Gemeint sind die Ideen jener, die sich mit unerschütterlicher Überzeugung und unbändiger Energie für ihre Werte einsetzen. Oder jener, wie ältere Generationen vielleicht präzisieren würden, die noch nicht eingesehen haben, dass man sich entscheiden muss. Zwischen dem eigenen glückseligen Wohlstand und einem aussichtslosen Kampf gegen alle Übel der Welt. Wobei ersteres nicht unbedingt die angenehmere Wahl ist, da sie mit einer geistigen und seelischen Leistung verbunden ist, weil man sich Rechtfertigungen für den eigenen, frech formuliert, ignoranten Lebensstil zurechtlegen muss.

Tabea Schürmann.

Tabea Schürmann.

Es ist ein ausgewachsenes Dilemma, dem sich jeder Mensch stellen muss, der sich für verantwortungsbewusst hält. Wie gehen wir mit dem Wissen um die sozialen Missstände, Menschen- und Völkerrechtsverletzungen um? Wie mit dem Wissen um den Zustand der Natur, um die Abholzung der Wälder und den Schwund der Artenvielfalt? Gibt es keinen Mittelweg zwischen Wegschauen und Selbstaufopferung?

Meine Meinung ist, dass wir bei einem bewusst dankbaren Umgang mit allem, was wir haben, ansetzen sollten. Wir sollten uns nicht für unser Glück schämen oder dafür, in einem der reichsten Länder geboren zu sein. Es sollte uns aber nicht daran hindern, die Probleme und unseren Anteil daran einzugestehen. Unseren Lebensstil zu überdenken und anzupassen. Wir können einen wichtigen Beitrag leisten, indem wir bei uns selbst beginnen und aufhören, uns gegenseitig anzuprangern.

Hinweis: In der Kolumne «U20» äussern sich Kantonsschüler zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.