Kommentar

Etappierung des Luzerner Durchgangsbahnhofs kommt nicht infrage

Aussagen aus Bern sorgen bei Stadt und Kanton Luzern für Irritationen – zu Recht: Der Durchgangsbahnhof muss als Ganzes geplant und realisiert werden.

Robert Knobel
Drucken
Teilen
Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Robert Knobel, Ressortleiter Stadt/Region.

Dominik Wunderli

Lange war der Luzerner Durchgangsbahnhof reine Zukunftsmusik. Doch nun nimmt das Jahrhundertprojekt immer konkretere Formen an. So haben die SBB soeben einen Grossauftrag an drei Arbeitsgemeinschaften vergeben: Sie sollen den neuen Tiefbahnhof sowie die beiden Zubringertunnels planen.

Immer mehr wird auch bewusst, wie sehr das 2,4-Milliarden-Projekt die ganze Region Luzern verändern wird. Im Luzerner Stadtzentrum entsteht für Jahre eine Grossbaustelle – und danach werden riesige Flächen für neue Nutzungen frei. Auch im Rontal stehen grosse Veränderungen an: Durch den Ausbau des Bahnhofs Ebikon, bessere Verbindungen – aber eben auch durch einen neuen, riesigen Abstellbahnhof in Dierikon. Dass dieser nicht nur Freude auslöst, ist verständlich. Hier muss eine umsichtige Planung in enger Absprache mit den betroffenen Gemeinden eingefordert werden.

Gleichzeitig zeigen Aussagen des Bundes über eine mögliche Etappierung, dass Luzerns Kampf um den Durchgangsbahnhof noch längst nicht gewonnen ist. Noch bleibt genügend Zeit, bis 2026 bei den eidgenössischen Parlamentariern zu lobbyieren. Aus Luzerner und Zentralschweizer Sicht ist es alternativlos: Die Durchmesserlinie ist ein einziges Grossprojekt. Eine Etappierung kommt nicht in Frage. Sie stünde in klarem Widerspruch zu den bisherigen politischen Versprechungen und macht auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Sinn.