Kommentar
Nach Ausschreitungen bei Fussballspielen in Zürich und Luzern: Jetzt ist Zeit zu handeln

Gegen das Chaotentum rund um Fussballspiele braucht es eine härtere Gangart. Das sagt nun auch der höchste Polizeivorsteher der Kantone, Fredy Fässler. Doch wie der Fussball ist die Bekämpfung der Gewalt in und ausserhalb von Stadien ein Teamsport.

Alexander von Däniken
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Schiedsrichter bestrafen grobe Fouls mit dem Platzverweis. Auf den Rängen und vor den Extrazügen haben Übeltäter hingegen oft nicht einmal eine gelbe Karte zu befürchten. Seit Jahren zünden Chaoten heisse Pyrofackeln und laute Petarden, liefern sich Schlachten mit gegnerischen Ultras und mit der Polizei. Dabei gefährden sie das eigene Leben und das der anderen. Sie verursachen hohe Kosten und binden bei den Polizeikorps jedes Wochenende Hundertschaften an Personal.

Jetzt, wenige Tage nach den Ausschreitungen in Zürich und Luzern, ist zum ersten Mal laute Gegenwehr zu hören. Fredy Fässler, St.Galler Regierungsrat und Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren, fasst die schweizweite Einführung von personalisierten Tickets ins Auge. Auch Kombitickets, welche den Stadioneintritt mit der Anreise im Extrazug verbinden, seien eine Möglichkeit, sagt Fässler im Interview mit unserer Zeitung. Unterstützung dürfte er von der Schweizer Fussballliga erhalten.

Der Pferdefuss der im Raum stehenden Massnahmen: Sie sind bereits Teil des 2012 verschärften Hooligan-Konkordats, werden aber nicht genutzt. Damit sich das ändert, braucht es endlich Konsens unter den Kantonen, aber auch bei den Clubs und Fanorganisationen. Zu langes Zögern birgt die Gefahr, dass die Offensive an Schwung verliert. Die eigens eingesetzte Taskforce sollte deshalb möglichst schnell Resultate liefern. Sonst droht ein Eigentor.

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