Apropos

Abgeschnitten in der Aussenwelt

Mario Fuchs
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JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Adelboden, Samnaun oder Zermatt: von der Aussenwelt abgeschnitten. Lawinen, Erdrutsche, Bergstürze bewegen die Schweiz. Also bewegt die sich bewegende Schweiz die Schweiz. Wer zum Skirennen, Snowbarden oder auch sec zum Kafi Schneetöff dorthin wollte, konnte nicht. Wer zur Projektarbeit, zur Parteisitzung oder auch prompt zur Pilotenprüfung hätte zurücksollen, konnte nicht.

Von der Aussenwelt abgeschnitten. Hiesse auch: zurückgeworfen in die Innenwelt. Und sie findens nervig, unpässlich, schlimm. Dabei gehörte sich Frohlockerei. Endlich abgeschnitten, nicht einmal selbst verschuldet, also guten Gewissens. Draussen rasendes Leben, drinnen angehaltene Zeit. Ruhe. Keine Ablenkung. Kein Strom mancherorts. Eingeschränkte Auswahl in der Migros. Das einfache Leben. Ein Geschenk, direkt vom Himmel.

Wir hatten die Ferienwoche längst eingegeben. Das Zimmer, in der Ferienwohnung der Eltern der Liebsten längst reserviert. Die Boardtasche gepackt. Doch das Postauto nach Saas-Fee fuhr nicht. Dafür spielten wir zu Hause «Dog». Fuhren in die Ikea. Kauften das Küchengestell, das wir schon so lange wollten. Bauten es mitten in der Nacht auf. Tranken mitten am Tag Wein. Es waren die entspanntesten Skiferien seit langem. Abgeschnitten in der Aussenwelt.