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Bei Atombombe kein Conditioner!

Marc Neumann, Washington DC
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Haare waschen nach einer Atomexplosion ist ohne Gefahr möglich. Von einer Haarspülung wird dagegen abgeraten. (Symbolbild)

Haare waschen nach einer Atomexplosion ist ohne Gefahr möglich. Von einer Haarspülung wird dagegen abgeraten. (Symbolbild)

Keystone

Wussten Sie, dass Sie nach einer Atomexplosion keinesfalls eine Haarspülung anwenden dürfen? So steht es jedenfalls geschrieben in den Richtlinien der «Guam Homeland Security» für den Fall des Einschlags einer nordkoreanischen Atomrakete auf der Marianen-Insel im Westpazifik. Hintergrund der Veröffentlichung sind die «Ulchi Freedom Guardian War Games 2017», ein Manöver von 50'000 südkoreanischen und 17'500 US-Soldaten auf der koreanischen Halbinsel, die in den vergangenen Wochen stattgefunden haben. Die Militärdrills, so wird befürchtet, könnten die Nordkorea-Krise und das rhetorische Feuerwerk von Donald Trump und Kim Jong Un eskalieren lassen.

Das Argument leuchtet ein: Bei Kontakt mit radioaktivem Fallout solle man zwar duschen und Haare waschen. Ein Conditioner aber versiegele die Cuticula des Haars. So könnten sich radioaktive Partikel in dieser äusseren Schuppenschicht aus abgestorbenen Zellen permanent einnisten und Schaden anrichten. Daher sei von der Applikation von Haarspülungsprodukten im Ernstfall abzusehen. Die Haarspülungs-Warnung geht über die Empfehlungen in dem vom EJPD 1969 herausgegebenen Büchlein «Zivilverteidigung» hinaus – Haarspülungen waren damals in der Schweiz wohl noch nicht weit verbreitet. Der Duft von Kaltem Krieg jedoch bleibt.

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