Finanzlage

Chefarzt verteidigt Kantonsspital Aarau

Die schwierige Finanzlage und die Rücktrittsforderung an Verwaltungsratspräsident Philip Funk hat eine Grundsatzdebatte um das Kantonsspital Aarau ausgelöst. Hanspeter Killer, Chefarzt der Augenklinik, erklärt, warum es nicht nur ums Geld gehen darf.

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Prof. Dr. med. Hanspeter Killer, Chefarzt, Augenklinik Kantonsspital Aarau

Prof. Dr. med. Hanspeter Killer, Chefarzt, Augenklinik Kantonsspital Aarau

Gesundheit Aargau

Wie schlecht steht es wirklich um das Kantonsspital Aarau? fragt die az am 7.5.2015. Gemeint ist die finanzielle Situation. Aber der Titel ist undifferenziert, denn er spricht über das KSA als Ganzes, und er unterscheidet nicht zwischen Finanzen und Medizin.

Wenn es um die Finanzen geht, dann sind rote Zahlen nie erwünscht. Es muss viel getan werden, um sie zu schwärzen. Aber sind rote Zahlen immer vermeidbar im Gesundheitswesen? Ist es möglich, dass ein Spital immer gewinnbringend arbeiten kann, wenn es einen medizinischen Auftrag erfüllen muss? Und dieses Muss ist ein ethischer und kein finanzieller Imperativ. Und dazu gehört auch, dass nicht immer alles – auch wenn es gewinnbringend wäre - operiert werden muss, wenn das für den Patienten nichts bringt, gegen den gesunden Menschenverstand verstösst, aber die Kasse füllen würde. Denn ein Spital ist eine Institution, die ihre Kraft für die Heilung von Krankheit und Leid aufwenden soll und zwar auf medizinisch höchstem Niveau und mit einer hohen Ethik. Das KSA tut dies auf universitärem Niveau. Und das ist teuer, wird aber nicht so vergütet, wie es an Universitätskliniken vergütet wird.

Anstatt auf all die Besserwisser zu hören, welche sich nun auf Kosten des KSA zu profilieren versuchen, um politischen Gewinn für sich selber herauszuschlagen. Wäre es besser, wenn man dem Stimmbürger, den Einwohnern des Kantons, die Frage stellen würde: Wollt ihr ein Spital, das auf dem Niveau von Universitätskliniken funktioniert? Und seid ihr bereit dafür Geld zu bezahlen. Dreissig Millionen sind für grössere Bauprojekte eine bescheidene Summe. Warum soll man eine solche Summe nicht für die Gesundheit aufbringen? Denn um die Medizin im KSA steht es sehr gut. Sowohl was die Behandlungen betrifft, aber auch das Niveau der klinischen Forschung. Und damit relativiert sich der Titel des besagten Artikels.