Krankenkassen

Das Ende des Jagdfiebers

Andreas Schaffner
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Ein Vergleich lohnt sich für Versicherte mehr denn je. (Symbolbild)

Ein Vergleich lohnt sich für Versicherte mehr denn je. (Symbolbild)

KEYSTONE

Jahrelang haben Billigkassen Jagd auf junge, gesunde Kunden gemacht. Grosse Krankenkassen haben deswegen extra Billigkassen gegründet. Damit ist nun bald Schluss. Der neue Risikoausgleich, der die Kassen zu einer stärkeren Solidarität zwingt, macht diese Jagd immer unattraktiver.

Einen ersten Vorgeschmack bekommen viele Kunden schon diesen Herbst vorgesetzt: Die Prämien bei den Billigkassen steigen massiv an. Kommt hinzu, dass kleinere Kassen ganz schliessen und sich in die Arme der grossen werfen. Einzelne grosse Krankenkassen haben zudem schon damit begonnen, ihre Billigkassen zu integrieren. So hat die Helsana ihre Tochter Avanex und die Sansan die zu ihrer Gruppe gehörende Progrès einverleibt.

Damit endet langsam, aber sicher auch eine Ära in der Krankenkassenwelt. Zu lange hat man daran geglaubt, dass der Markt das von alleine richtet. Doch es war kein echter Markt: Es war ein Buhlen um die guten Risiken – sprich die jungen, gesunden Versicherten –, verbunden mit einer Quersubventionierung aus der privaten Zusatzversicherung und einem Aushöhlen des Eigenkapitals in der Grundversicherung aufseiten der Kassen. Nun braucht es neue Modelle und neue Ansätze, um die Gesundheitskosten – und damit die steigenden Prämien – in den Griff zu bekommen.

Für uns Versicherte heisst es zunächst, dass wir diesen Herbst genau rechnen müssen. Vergleichen lohnt sich mehr denn je. Nicht nur wer bisher in einer Billig-Krankenkasse war. Wir müssen also nachschauen, wie sich die Prämien der aktuellen Kasse bewegen, welche anderen Anbieter günstiger sind. Zudem müssen die Höhe der Franchise und das Versicherungsmodell wirklich zu uns passen. Auch hier sind die Einsparungen nicht mehr so hoch wie auch schon. Für diese freie Wahl haben wir uns ja an einer Abstimmung ausgesprochen.