Abschussbewilligung

Der Hirsch hat eine Chance verdient

Fabian Hägler
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Solange der Hirsch keine grösseren Schäden anrichtet, soll er nicht — wie dieses Tier – erlegt werden.

Solange der Hirsch keine grösseren Schäden anrichtet, soll er nicht — wie dieses Tier – erlegt werden.

KEYSTONE

Dass sich der Hirsch im Aargau ausbreitet, ist ein Grund zur Freude. Das majestätische Tier, das Hirschthal im Namen und mehrere weitere Gemeinden im Wappen führen, findet offenbar im dicht besiedelten Kanton geeignete Lebensräume. Das überrascht Biologen, Jäger, Förster und Landwirte, die nicht damit gerechnet hatten. Nun gibt es Hirschrudel im Kelleramt, in der Region Zofingen, im Bezirk Brugg – und mit der Ausbreitung des «Königs des Waldes» stellen sich Fragen.

Ähnlich wie Wildschwein und Biber kann auch der Hirsch für Konflikte mit Land- und Forstwirtschaft sorgen. Dass Hirsche im Wald massive Schäden an Bäumen verursachen können, ist eine Tatsache. Weil die Zahl der Hirsche im Aargau derzeit noch niedrig ist, gibt es bisher keine entsprechenden Meldungen von Förstern. Und auch für die Gemüsebauern sollte es verkraftbar sein, wenn ein Hirsch da und dort einen Kopfsalat vom Feld frisst.

Dass der Dachverband der Jäger im Aargau nun Pro Natura die Hand reicht und beide Organisationen den Hirsch schonen wollen, ist vor diesem Hintergrund zu begrüssen. Wenn es um Abschussbewilligungen für Hirsche geht, verweist der Kanton auf einen Massnahmenplan. Demnach dürfen Hirsche erlegt werden, wenn es Rudel mit einer Hirschkuh, einem Kalb und einem Jungtier aus dem letzten Jahr gibt. Dies ist vernünftig, dennoch scheint es fragwürdig, dass Jagdgesellschaften im Kelleramt und in der Region Zofingen im laufenden Jahr neun Hirsche erlegen dürfen. Solange die Tiere keine grösseren Schäden anrichten, sollten sie nicht geschossen werden.