Baustellensommer

«Die SBB sollen alle entschädigen» – der Kommentar zum Sommerfahrplan-Ärger

Der Baustellensommer der SBB sorgt für Unmut. Mit den Verspätungen, Zugausfällen und dem knapperen Platzangebot scheinen sich viele zu arrangieren. Für Kritik sorgt dagegen die Entschädigung der Kunden.

Andreas Möckli
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Das SBB-Netz gleicht diesen Sommer einer grossen Baustelle. (Archivbild)

Das SBB-Netz gleicht diesen Sommer einer grossen Baustelle. (Archivbild)

Yann Schlegel

Der Grund: Lediglich Pendler in der Romandie erhalten einen Gutschein von 100 Franken. «Aber was ist mit all denjenigen, die zwischen den beiden Deutschschweizer Städten pendeln?», fragt eine berufstätige Mutter auf Facebook, die zwischen Basel und Zürich pendelt.

Die Frage ist völlig berechtigt. Denn die Regelung ist für die betroffenen Deutschschweizer GA-Inhaber nicht nachvollziehbar. Sie müssen früher aufstehen oder abends später mit der Arbeit aufhören. Gerade für Menschen, die morgens oder abends fixe Verpflichtungen haben, ist dies einschneidend – womit wir wieder bei der berufstätigen Mutter wären, die ihre Kinder nach der Arbeit von der Krippe abholen muss.

Die SBB argumentieren, es handle sich bei der Entschädigung für Reisende in der Romandie nur um ein Pilotprojekt. Die Bundesbahnen hätten die Westschweiz ausgewählt, weil dort die Auswirkungen am Grössten seien. Zudem habe man so das technisch anspruchsvolle Konzept regional eingrenzen können.

Für die Betroffenen in der Deutschschweiz bleibt der schale Nachgeschmack der Ungleichbehandlung. Wer jährlich 3800 Franken für ein GA 2. Klasse zahlt, sollte entschädigt werden. Wenn der Hausbesitzer eine Wohnung saniert, erhält der Mieter schliesslich auch eine Reduktion.