Aperçu

Fahrstunden beim Drogenhändler

Markus Schönherr, Kapstadt
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Drogen suchte die Polizei vergebens. (Symbolbild)

Drogen suchte die Polizei vergebens. (Symbolbild)

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Südafrika ist anders. Was Touristen spätestens nach der ersten Woche erkennen, musste Südafrikas Polizei jetzt erneut bei einer Razzia feststellen.

Bei einer Hausdurchsuchung in einem Kapstädter Armenviertel fahndeten die Ermittler nach einschlägig bekannten Drogendealern. Die Kreativität, die das Syndikat an den Tag legte, hatte wohl niemand erwartet. Per Trampolin katapultierte sich einer der Händler so hoch in die Luft, dass er über eine Gartenmauer in die Freiheit springen konnte. Er entkam.

Einen weiteren Mann, vermutlich Drogendealer, fanden die Beamten in einem ausgebauten Autositz am Boden hockend. Er gebe hier Fahrstunden, sagte er. Die Polizei fand nicht die Spur von Drogen; sie musste ihm die Geschichte durchgehen lassen.

Nicht weniger grotesk als die verpatzte Razzia ist der Artikel darüber in einer lokalen Zeitung. Die Polizisten hätten ein lautes «Boing» gehört, als der Drogenbaron auf dem Trampolin hüpfte, hiess es da. Kurzzeitig hätten die Sicherheitskräfte darüber nachgedacht, das Turngerät als Tatwaffe zu beschlagnahmen. Und das folgende Bild bleibt jedem selbst auszumalen, wenn die Zeitung schreibt: «Bevor die Polizeibeamten zum nächsten Tatort fuhren, testeten sie die Sprungfähigkeit des Trampolins.»