Flüchtlings-Integration

Marshallplan für Migranten

Jonas Schmid
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Jonas Schmid: «Nicht jeder Flüchtling fällt als Fachkraft vom Himmel. Gelingt es aber, nur schon der Hälfte der jungen Flüchtlinge eine Lehre zu ermöglichen, so ist der Return on Investment ausgesprochen hoch.» (Archivbild)

Jonas Schmid: «Nicht jeder Flüchtling fällt als Fachkraft vom Himmel. Gelingt es aber, nur schon der Hälfte der jungen Flüchtlinge eine Lehre zu ermöglichen, so ist der Return on Investment ausgesprochen hoch.» (Archivbild)

Schweiz am Wochenende

Die Kantone legten kürzlich erstmals offen, wie viel sie die Integration von Flüchtlingen effektiv kostet. Es sind rund 18'000 Franken pro Person. Hinzu kommen Bildungskosten für jugendliche Ausländer von jährlich 22'000 Franken. Angesichts knapper öffentlicher Kassen ist das unglaublich viel Geld. Geld, das der Staat à fonds perdu für Zigtausende Menschen aufwerfen muss.

Und doch tut Finanzminister Ueli Maurer gut daran, seine Schatulle zu öffnen. Denn startet der Staat nicht unverzüglich eine breit angelegte Integrations-Offensive, fallen später um ein Vielfaches höhere Reparaturkosten an: Jedes Jahr drohen Tausende Personen neu in die Sozialhilfe abzurutschen. Auch bergen Heerscharen schlecht integrierter Ausländer grossen sozialen Sprengstoff. Dass wir hierzulande keine Verhältnisse kennen, wie sie in den Pariser Banlieues gang und gäbe sind, ist der grossen Integrationskraft der Schweizer zu verdanken.

Integration schönzureden, bringt auch nichts. Nicht jeder Flüchtling fällt als Fachkraft vom Himmel. Gelingt es aber, nur schon der Hälfte der jungen Flüchtlinge eine Lehre zu ermöglichen, so ist der Return on Investment ausgesprochen hoch. Umgekehrt gilt: spricht ein in der Schweiz geborener Flüchtling bei Schuleintritt keine Landessprache, so hat das System schlicht versagt.

Deshalb: knausrig sein bei der Integration ist ein Schuss ins eigene Bein. Wenn schon sparen, dann stellen wir doch lieber den nächsten Tunnel auf der Prioritätenliste etwas zurück. Und investieren die nächste Milliarde in Köpfe statt in Beton.