Kommentar

Post: Lieber im Volg als ganz geschlossen

Höchstens acht der 32 gefährdeten Poststellen im Aargau könnten geschlossen werden. Der Kommentar.

Fabian Hägler
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Der Umbau des Poststellennetzes bis 2020 schreitet voran.

Der Umbau des Poststellennetzes bis 2020 schreitet voran.

Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Wie viel Service Public braucht die Aargauer Bevölkerung? Und ist es zwingend, dass Dienstleistungen der Post oder der SBB von Angestellten am Schalter erbracht werden? Früher gab es am Bahnhof den Stationsvorsteher, der Billette verkaufte und Reisende beriet. In der Postfiliale war es die Posthalterin, die Briefe entgegennahm und Einzahlungen erledigte.

Als die Post vor zwei Jahren ankündigte, sie prüfe bei 32 Filialen im Aargau die Schliessung, führte das zu Protesten und politischen Vorstössen. Die SP wollte mit einer Standesinitiative die Schliessung von Poststellen verhindern, die Gewerkschaften kritisierten die Pläne als Kahlschlag, der Regierungsrat mahnte die Post-Chefs, keine Filialen zu schliessen, die für ganze Regionen wichtig sind.

Nun zeigt sich: Höchstens acht der 32 gefährdeten Poststellen könnten geschlossen werden. Für die übrigen 24 Filialen, also für drei Viertel der überprüften Standorte, gibt es Lösungen. Wer den Service-Public-Begriff eng auslegt, also darauf pocht, dass eine Poststelle von der Post geführt wird, mag kritisieren, dass dies nur bei sieben Filialen weiterhin so ist.

Doch ist es entscheidend, ob die Posthalterin am Schalter, oder der Automat und die Verkäuferin im Volg den Kunden bei Postgeschäften helfen?

Wichtiger ist doch, dass die Bevölkerung auch in kleineren Dörfern weiter die Möglichkeit hat, Postdienstleistungen zu beziehen. Wenn es dafür nur die Lösung gibt, die Poststelle in eine Agentur umzuwandeln, ist das immer noch besser, als eine ersatzlose Schliessung der Filiale.