Kommentar

Sicherheit zuerst – auch bei Drohnen

Beim Flughafen Basel-Mühlhausen ist es im Sommer zu einer Fastkollision eines Easyjet-Flugzeugs mit einer Drohne gekommen. Diese Gefahr muss mit strengeren Gesetzen eingegrenzt werden.

Stefan Schuppli
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Drohnen dürfen einem Flughafen oder Flugplatz nicht näher als fünf Kilometer kommen.

Drohnen dürfen einem Flughafen oder Flugplatz nicht näher als fünf Kilometer kommen.

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

In diesem Jahr sind 3,8 Milliarden Menschen in ein Flugzeug gestiegen. Die allermeisten sind sicher gelandet. Dank einem unermüdlichen Effort hat es die kommerzielle Luftfahrt fertig gebracht, die Unfallzahlen in den vergangenen 50 Jahren massiv zu drücken. Das ist einzigartig. Es ist ein makabrer Vergleich, aber 2016 starben in der internationalen Zivilluftfahrt nicht einmal doppelt so viele Menschen wie im Schweizer Strassenverkehr.

Die ganze Branche, von den Flugzeugherstellern bis zu den Airlines, hat gemeinsam an der Verbesserung der Sicherheit gearbeitet, hat sich ausgetauscht und allen noch so kleinen Fehlern akribisch nachgespürt. Denn in der Aviatik gibt es ein grosses Ziel: heil runterzukommen.

Dieses Ziel muss man sich auch vor Augen halten, wenn es um neue Bedrohungen geht, wie etwa Drohnen. Die sprunghafte Verbreitung dieser Spielzeuge – das Bundesamt für Zivilluftfahrt schätzt die Zahl in der Schweiz auf 20 000 – stellt eine Gefahr dar. Deshalb müssen die bestehenden Gesetze rasch angepasst, zumindest aber angewendet werden.

In einem Artikel in dieser Zeitung vom Mai 2016 wurden Sicherheitsbedenken gegenüber diesen Drohnen vom zuständigen Amt kleingeredet. Der Bundesrat stösst jetzt ins gleiche Horn. Das ist eine grobe Fehleinschätzung. Auch die Problematik der Drohnen muss mit demselben Sicherheitsbewusstsein angegangen werden, das die Flugbranche in den vergangenen Jahrzehnten im Bereich der Sicherheit derart erfolgreich machte.

stefan.schuppli@azmedien.ch