Entführungsfall
Verstehen, was sich da im Internet abspielt

Vor einer Woche war der 12-Jährige aus dem Kanton Solothurn verschwunden. Nun wurde er wohlbehalten wieder aufgefunden – in einer Wohnung in Düsseldorf. Er lernte seinen Entführer über ein Internet-Spiel kennen. Der Kommentar zum Fall.

Sven Altermatt
Sven Altermatt
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«Minecraft»: Bekannt für einfache Grafiken. Hier erschafft man sich spielend virutelle Welten aus Klötzchen.

«Minecraft»: Bekannt für einfache Grafiken. Hier erschafft man sich spielend virutelle Welten aus Klötzchen.

Mojang

Manchmal ist es nur ein Mausklick bis zum Grauen. Gewalt, Pornografie, böse Absichten – all das ist im Internet leicht zu finden. Auch für Kinder.

Ganz so offensichtlich ist das jedoch nicht immer: Der 12-jährige Junge aus dem Kanton Solothurn tappte in die Chat-Falle. In einem Online-Spiel lernte er seinen mutmasslichen Entführer kennen.

«Minecraft» heisst das Game, es ist auch an Schulen beliebt und wird für seinen Lerneffekt geschätzt. Millionen Menschen spielen «Minecraft», Erwachsene wie Kinder.

Rund um das Spiel gibt es Chatrooms und Foren. Doch manche nutzen diese dafür, um sich gezielt an Kinder heranzumachen. Gerade ein pädagogisch wertvolles Spiel kann so zur Gefahr werden. Das zeigt dieser Fall.

Braucht es deswegen jetzt neue Regeln oder sogar Verbote? Nein. Entscheidend ist vielmehr, dass sich Eltern und Lehrer bewusst sind, welche Gefahren selbst von sinnvollen Online-Angeboten ausgehen können.

Die Förderung der Medienkompetenz wurde an den Schulen lange vernachlässigt.

Im Lehrplan 21 soll ihr nun endlich eine zentrale Rolle zukommen. Das ist gut so.

Denn Medienkompetenz entwickelt sich nur dann, wenn Gross und Klein verstehen, was sich auf den Bildschirmen vor ihnen abspielt.

(26.06.2018)