Kommentar

Die Privaten tragen das Risiko selbst

Nora Bader
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Der Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung der BVB wirkt wie ein Hohn für Privatunternehmer.

Der Antrag auf Kurzarbeitsentschädigung der BVB wirkt wie ein Hohn für Privatunternehmer.

GEORGIOS KEFALAS

Es war ein Schlag ins Gesicht vieler regionaler Kleinunternehmer. Während sie mit Stolz auf eigene Faust ums Überleben kämpften, führten die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) im Frühling in der ersten Pandemie-Welle Kurzarbeit ein. Und das trotz massiven Überstunden von damals über 30 Mannjahren.

Normalerweise müsste vor der Einführung der Kurzarbeit die Überzeit abgebaut werden. Das Staatssekretariat für Wirtschaft hatte diese Bestimmung zwar im Zuge des Lockdowns geändert, stellt sich nun aber gegen die Bewilligung von Kurzarbeitsentschädigung bei den BVB und hat beim Kanton Einsprache erhoben.

Unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens: Das Instrument der Kurzarbeitsentschädigung hat den Zweck, Entlassungen und Konkurse zu verhindern. Ein staatsgetragener Betrieb wie die BVB hat diesbezüglich nichts zu befürchten. Ihr Antrag auf Kurzarbeit wirkt daher wie ein Hohn für jene Privatunternehmer, welche die finanziellen Risiken der Pandemie selber tragen müssen.