Kämpfer gegen IS

Kampf darf nicht Privatsache sein

«Der Kampf gegen das Chaos des Terrors kann nur aus der Ordnung heraus erfolgen und muss damit die Sache von Staaten, Armeen und Militärs bleiben.» Ein Kommentar zum jungen Laufentaler, der sich Söldnern im Krieg gegen IS anschloss.

Matthias Zehnder
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Ein Freiwilliger der «Brothers of Kurdistan».

Ein Freiwilliger der «Brothers of Kurdistan».

zvg/Gabriel Pfeiffer

Ein junger Baselbieter fährt nach Jordanien. Er ist in der jungen SVP, Offizier der Schweizer Armee und offensichtlich gläubig. Er besucht eine Gruppe freiwilliger Kämpfer gegen den IS, die sich «Brothers of Kurdistan» nennt und im syrisch-jordanischen Grenzgebiet ihre Einsätze plant. Was der junge Mann da macht, ist nicht ganz klar und hinterlässt Fragezeichen.

Wenn er als Kriegstourist die Kämpfer besucht, weil er den Pulverdampf nicht nur im Fernsehen sehen, sondern selbst riechen will, dann ist es verabscheuenswürdig. Wenn er mitkämpft, weil er, wie er selbst sagt, den Kampf gegen die IS-Terroristen für die gerechte Sache hält, dann macht er sich strafbar. Er selbst bleibt in den Antworten unklar.

Sicher ist: Ein junger Mensch setzt in einem fremden Krieg sein Leben aufs Spiel, weil er meint, der Krieg sei auch sein Konflikt. Das erinnert an den spanischen Bürgerkrieg 1936–1939, der Kämpfer aus der ganzen Welt anzog. Sich als Privatperson in einen solchen Kampf einzumischen, ist aber kein romantischer Einsatz für die gute Sache, sondern simple Rückkehr zum Faustrecht. Dass eine Sache die gute Sache ist, rechtfertigt nicht den Einsatz jedes Mittels. Denn genau das ist die Sicht- und Handlungsweise der Terroristen.

Der Kampf gegen das Chaos des Terrors kann nur aus der Ordnung heraus erfolgen und muss damit die Sache von Staaten, Armeen und Militärs bleiben. Es ist schlimm genug, dass die Gewalt das einzige Mittel zu sein scheint, das den IS stoppen kann. Wenn Private in den Kampf eingreifen, sind sie selbst nichts anderes als Terroristen.