Persönlich
Playoff-Bart, Grüselbart, 3-Tage-Bart: Wie es den Weibern gefällt!

Wie lange darf es denn sein? Unser Autor über die Kunst, doofe Fragen über den eigenen Hornröhrenwald an der Backe zu kontern.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Gut, so lange ist mein Barthaar nicht – zum Glück, denn mit der Länge steigt auch das Bedürfnis nach Erklärungen. Zwei Teilnehmer an den «Beard Olympic Games» 2005 in Leongang bei Salzburg.

Gut, so lange ist mein Barthaar nicht – zum Glück, denn mit der Länge steigt auch das Bedürfnis nach Erklärungen. Zwei Teilnehmer an den «Beard Olympic Games» 2005 in Leongang bei Salzburg.

KEYSTONE/EPA/FRANZ NEUMAYR

Ein Bekannter, Lehrer, trug jahrelang Bart. Nicht ein Dreitagebärtchen. Einen richtigen Bart. Einen Grüselbart, wie ihn Räuber Hotzenplotz um die Visage gebunden hat auf den Kassettencovern der Kasperli-Hörspiele. Eines Tages fräste der Bekannte die Haarwand ab. Als er am andern Tag wieder vor seiner Klasse stand, gab es erstaunte Blicke. Etwas sei anders an ihm, hiess es. Doch was, das konnte niemand erraten. «Jetzt weiss ich’s!», meldete sich eine Schülerin. «Sie haben neue Zähne, gäll?»

Der Bart sei «ein Geschlechtszeichnen mitten im Gesicht», findet Schopenhauer. Daher gefalle er den Weibern. Ich kann die These des Griesgrams unter den Philosophen nicht bestätigen – noch nicht, dafür bin ich zu wenig lange Neo-Bartträger.

Döner im Gesicht

Zum Geburtstag erhielt ich einen neuen Rasierapparat geschenkt, mit Trimmer. Der wollte getestet werden. Seither streift der Wind durch meinen einigermassen akzeptabel dichten Hornröhrenwald (das Profilfoto unten ist nicht aktuell). Kaum jemand, der mich nicht auf die Bartpracht anspricht. Ein Kollege wollte wissen, was er solle, der Playoff-Bart. Gleich mehrere nahm es wunder, ob eine Beziehung begonnen oder geendet hat (tat sie nicht). Ein Freund sagte, mit Bart sehe ich alterslos aus (bis heute weiss ich nicht genau, was das bedeuten soll).

Um gegen Sprüche gerüstet zu sein, habe ich mir eine Hampfel Konter zusammengegoogelt. «Ist der Bart nicht heiss im Sommer?» «Nein, er spendet Schatten für den Hals!» – «Dir hängt da ein bisschen Döner im Gesicht!» «Bart 0, Döner 1». Oder: «Dein Bart riecht nach Essen!» «Schon mal an deinen Haaren gerochen?». Mein Favorit ist aber: «Wie lange willst Du ihn noch wachsen lassen?» – (mit französischem Akzent geschmachtet): «Biis er berührd meine Bauchnabel!»