Kommentar

Prinzipienreiterei ist hier überflüssig

Bojan Stula
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Im Baselbiet wird darüber diskutiert, ob Heizpilze erlaubt werden sollen. (Symbolbild)

Im Baselbiet wird darüber diskutiert, ob Heizpilze erlaubt werden sollen. (Symbolbild)

Keystone

Gewiss, die Diskussion ist heikel. Etablierte Grundsätze dürfen nicht unter dem Vorschub der Coronapandemie ausgehöhlt werden. Gewiss, der Klimaschutz ist als Globalthema weitreichender und langfristiger als Covid-19. Klimaschutzmassnahmen müssen daher generell über solche mit Pandemiebezug gestellt werden.

Dennoch sollte sich die Baselbieter Politik zu einem unkomplizierten Vorgehen gegenüber dem Reizthema Heizpilze durchringen und deren Verwendung im Sinne einer Ausnahmebewilligung pauschal ermöglichen. Zum einen würden diese in der Baselbieter Gastronomie fast nirgends derart clustermässig zum Einsatz kommen wie etwa früher in der Basler Steinenvorstadt, nicht einmal im Liestaler Stedtli.

Die Abgase würden sich also verteilen. Zum anderen trifft das Beizensterben kleinere, teils schon ausgekernte Dörfer und Gemeinden besonders hart. Wenn das möglichst lange Offenhalten der Aussenbestuhlung in Herbst und Winter dazu beitragen kann, die coronabedingten Einnahmenausfälle zu kompensieren, dann sollen die Baselbieter Gaststätten diese Möglichkeit erhalten. Wobei Entscheide wie gasbeheizt oder (hoffentlich) mit Pellets, gemietet oder gekauft, unter die unternehmerische Freiheit und Verantwortung fallen.

Allerdings, und das kann nicht stark genug betont werden: nur als Ausnahme für einen genau zu definierenden Zeitraum. Und nicht als Freipass zur dauerhaften Wiedereinführung dieser Dreck- und Energieschleudern.

bojan.stula@chmedia.ch