Persönlich

Wer hats getan?

Wenn eine Autotüre eingedrückt wird und sich die verursachende Person aus dem Staub macht.

Simon Tschopp
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Das Auto unseres Autors wurde beschädigt, aber niemand hat sich darum gekümmert. Warum? (Symbolbild)

Das Auto unseres Autors wurde beschädigt, aber niemand hat sich darum gekümmert. Warum? (Symbolbild)

Kapo AG

Vorgestern Mittwoch, 16 Uhr. Der Schreck ist gross. Ich will mein Auto holen, das ich auf einem Parkplatz in Liestal abgestellt habe. In der hinteren linken Seitentüre eine riesengrosse Delle von etwa einem halben Meter Durchmesser. Das Parkfeld linksseitig ist leer. Ganz klar: Da hat jemand einen Schaden angerichtet und sich ohne darum zu kümmern aus dem Staub gemacht.

Ich gehe davon aus, dass diejenige Lenkerin oder derjenige Lenker gemerkt haben muss, dass sie oder er das benachbarte Auto «geküsst» hat. Schnurstracks suche ich die Polizei auf, um ihr das unerfreuliche Ereignis mitzuteilen. Der freundliche Polizist fotografiert die eingedrückte Türe und nimmt meine Personalien auf. Auf Anzeige gegen unbekannt verzichte ich, weil dies aussichtslos ist.

Meine Gedanken kreisen um die unbekannte Person. Allen Autofahrerinnen und -fahrern kann ein solches Malheur passieren, keine Frage. Aber nur Charakterlose entfernen sich unbemerkt vom Schadenplatz. Das ist feige. Zu einem Missgeschick hat man zu stehen – mit allen Konsequenzen.

Ich fände es grossartig, wenn sich die fehlbare Person bei mir melden würde. Ich würde sie zu einem Kaffee einladen und von ihr gerne erfahren, was in ihrem Kopf vorgegangen ist oder noch vorgeht. Doch das ist vermutlich Wunschdenken. Falls gelesen, ergötzt sich vielleicht die Täterin oder der Täter an diesen Zeilen. Würde dieser Text bei der betreffenden Person hingegen Nachdenken auslösen, wäre immerhin etwas erreicht.