Kommentar

Mit Detailargumenten gegen eine Vision

Dietikons Stadtrat hält nicht viel von der «Idee Schönegg», dem Vorschlag von drei Gemeinderäten, das gleichnamige Gebiet im Stadtzentrum mit einem flexibel nutzbaren Ensemble zu überbauen. Und das, obwohl sich seine Vorstellungen mit jener der Postulanten decken, was etwa die städtebauliche Aufwertung des Areals angeht.

Tobias Hänni
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Das Gebiet Schönegg in der Ecke Bremgartnerstrasse/Schöneggstrasse grenzt an das Areal des Schulhaus Zentral an.

Das Gebiet Schönegg in der Ecke Bremgartnerstrasse/Schöneggstrasse grenzt an das Areal des Schulhaus Zentral an.

Tobias Hänni

Trotzdem zerpflückt die Regierung den Vorstoss, insbesondere im Hinblick auf die Nutzungsvorschläge für die Überbauung: Der Bedarf an Schulräumen sei derzeit abgedeckt, die Verwaltung räumlich ebenfalls gut aufgestellt, argumentiert der Stadtrat.

Die Schaffung neuen Wohnraums sieht er nicht als seine Aufgabe an und eine Dreifachturnhalle möchte er nicht im Zentrum, wie die Postulanten, sondern im Niderfeld.

Während es nicht unbedingt überzeugt, eine Halle dieser Grösse an peripherer Lage zu bauen, sind andere Argumente nachvollziehbarer.

Bloss sind sie auf der falschen Ebene angesiedelt. Mit der «Idee Schönegg» wollten die Postulanten kein pfannenfertiges Projekt präsentieren, sondern eine Diskussion anstossen, was langfristig auf dem Areal entstehen könnte. Der Stadtrat würgt diese mit einem etwas kurzsichtigen Zeithorizont und Argumenten zu Detailfragen frühzeitig ab.

Das wirkt mut- und visionslos. Da hilft auch die vage Absichtserklärung nicht viel, die Planung für das Gebiet anzugehen, sobald Immobilien- und Kulturkonzept der Stadt fertig sind. Die Postulanten tun das Richtige, wenn sie die «Idee Schönegg» noch nicht begraben. Vielleicht lässt sich der Stadtrat ja im zweiten Anlauf inspirieren.