A1

Weniger Verkehr ist besser als eine neue Umfahrung

Der Verkehr auf dem Limmattaler Abschnitt der A1 staut sich. Seit Jahren. Täglich. Und die Bevölkerung wartet auf eine Lösung des Verkehrsproblems. Seit Jahren. Täglich. Wird sich daran je etwas ändern? Zweifel sind angezeigt.

Jürg Krebs
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Stau: In der Region Zürich der ganz normale Wahnsinn.

Stau: In der Region Zürich der ganz normale Wahnsinn.

Keystone

Klar ist: Als 2003 eine dritte Tunnelröhre am Baregg eröffnet wurde, verschob sich das Staudrama an den Gubrist, wo es seither ungelöst liegt.

Derweil fordern Wirtschaft und Gewerbe – wie diese Woche geschehen – zu Recht freie Fahrt. Notfalls über eine Nordumfahrung des Limmattals. Der Kanton Zürich verweist bei der Problemlösung stets auf die Zuständigkeit des Bundes, auch wenn er dies mit Nachdruck macht.

Der Bund seinerseits klagt über den Föderalismus, der ihn zwingt, alle Regionen gleichermassen zu berücksichtigen, und mit gutem Grund auf die immer fehlenden Finanzen. Der Beginn des Gubrist-Ausbaus ist immerhin für 2016 vorgesehen. Die Fertigstellung kommt wohl mindestens zwei Jahrzehnte zu spät. Und dann?

Dann beginnt alles wieder von vorn. Der Baregg wird ausgebaut, der Gubrist wieder zu spät kommen. Dies zu erkennen, ist nicht schwer.

Eine vierte Tunnelröhre am Baregg ist bereits vermerkt, eine vierte am Gubrist nicht. Eine vorausschauende Planung sieht anders aus. Das darf nicht sein. Wie lange noch soll der Verkehr aus der Zentral-, der West- und Ostschweiz durch das enge Limmattal gelenkt werden? Eine Umfahrung wäre eine gute Lösung. Effizienter wäre es aber, darüber nachzudenken, wie sich generell eine ständige Zunahme des Strassenverkehrs vermeiden liesse.

juerg.krebs@azmedien.ch