Kommentar

Zürich muss mehr tun für die Velofahrer

Zürich ist eine attraktive Stadt. 98 Prozent der Leute leben dort gerne oder sehr gerne. Das ergab die gestern veröffentlichte neuste Bevölkerungsbefragung der Stadt Zürich. Die Bevölkerung gibt der Stadt in fast allen Bereichen gute Noten.

Matthias Scharrer
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Das Hauptproblem in der Stadt Zürich ist der Verkehr. (Archiv)

Das Hauptproblem in der Stadt Zürich ist der Verkehr. (Archiv)

Keystone

Doch die gleiche Studie belegt auch: Das Hauptproblem bleibt der Verkehr. Und von allen Verkehrsteilnehmern sind die Velofahrerinnen und -fahrer am unzufriedensten: 39 Prozent von ihnen bezeichnen die Verkehrssituation als ungenügend. Zufrieden sind gerade mal 27 Prozent. Damit nicht genug: Während die Zufriedenheit der Autofahrer seit der letzten Befragung vor zwei Jahren gestiegen ist, sank sie bei den Velofahrern markant.

Das sollte dem Stadtrat zu denken geben, ist doch das Velo im städtischen Nahverkehr das effizienteste Verkehrsmittel und gleichzeitig ökologisch. Offen lässt die Studie, warum die Zufriedenheit der Velofahrer gesunken ist. Machen ihnen die vielen Baustellen, die der aktuelle Bauboom mit sich bringt, den Alltag schwer?

Ist es die Verdichtung, das Bevölkerungswachstum, das die ohnehin schon beengten Verkehrswege für nicht motorisierte Zweiräder noch umkämpfter werden lässt? Oder hat es damit zu tun, dass seit 2014 mit Filippo Leutenegger ein FDP-Stadtrat das Sagen in der Stadtzürcher Verkehrspolitik hat – ein Vertreter jener Partei also, die in den letzten Jahren vor allem für den Erhalt von Parkplätzen und gegen den Autospurabbau am Sechseläutenplatz zugunsten eines Radwegs kämpfte? Wie auch immer, die Studie macht klar: Zürich muss mehr tun für die Velofahrer.

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