Persönlich

Corona ist ein fieser Partykiller

Urs Moser
Drucken
Teilen
Wegen des Corona-Virus kommt es zum Bruch einer alten Tradition.

Wegen des Corona-Virus kommt es zum Bruch einer alten Tradition.

Das Corona-Virus ist stärker als die SVP. Wir sprechen hier nicht von der geplatzten Präsidentenwahl. Nein, es geht um den Bruch mit einer alten Solothurner Tradition. Das Corona-Virus hat geschafft, was der inzwischen aus dem Kantonsrat ausgeschiedenen SVP-Vertreterin Jacqueline Ehrsam nicht gelang: Frau Landammann Brigit Wyss wird Gertrud Mühlemann aus Günsberg, die am Montag ihren 100. Geburtstag feiert, kein Geschenk überreichen.

Wahlweise wäre das ein 50-Gramm-Goldbarren oder ein Voltaire-Sessel. Das gehe angesichts der demografischen Entwicklung mit der Zeit ganz schön ins Geld und sicher auch billiger, meinte seinerzeit SVP-Sparpolitikerin Ehrsam. Aber sie blitzte ab, die Regierung bestand darauf, die 100-Jährigen weiter mit einem Geschenk zu beehren. Doch jetzt musste man klein beigeben, die Aufwartung bei Frau Mühlemann wäre bei der besonders für Betagte gefährlichen Seuche zu riskant und ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Bleibt zu wünschen, dass sie bei guter Gesundheit bleibt, bis die Pandemie überstanden ist, und sich dann über Goldbarren oder Sessel freuen kann.

Wenn das nächsten Januar immer noch nicht der Fall sein sollte, hätten wir wirklich eine veritable Staatskrise. Und das nicht nur, weil dann der ehemalige Regierungsrat Rudolf Bachmann Besuch von seinen Nach-Nachfolgern bekommen sollte.
urs.moser@chmedia.ch