Parktheater Grenchen

Ein Fass ohne Boden?

Das Parktheater Grenchen soll von der Stadt übernommen, die Genossenschaft aufgelöst werden.

Andreas Toggweiler
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Vor 60 Jahren hat das Modell, wie das Parktheater geführt wurde, noch funktioniert. Jetzt stehen ganz andere Herausforderungen an.

Vor 60 Jahren hat das Modell, wie das Parktheater geführt wurde, noch funktioniert. Jetzt stehen ganz andere Herausforderungen an.

Oliver Menge

Schon seit Jahren dümpelt das Parktheater vor sich hin. Mit der heute enormen Konkurrenz im Gastro-Bereich hat es zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Als sich vor zwei Jahren eine Lösung mit der Stiftung Rodania als Betreiberin ergab, witterte die Politik Morgenluft. Doch das jetzt schön durchgestylte Restaurant blieb Fassade, denn die Probleme im Hintergrund blieben. Und schon stehen wieder Rieseninvestitionen in die Küche an, vom geheimen Überbrückungskredit der GRK nicht zu sprechen. Die Probleme des Parktheaters sind vielfältig. Die Lage ist peripher, der Seminarbetrieb hat durch diverse Restaurants und Hotels sowie neu auch durch das Velodrome und den Sunnepark eine übermächtige Konkurrenz bekommen. Die Betreiber haben mit Marktwirtschaft null Erfahrung. Wo soll das noch hinführen?

Die Stadt macht jetzt etwas, das längst fällig war, denn faktisch trägt sie die Investitionen, diverse Defizite und damit das ganze Risiko. Die Genossenschaft hat sich überlebt. Das muss man auch mit einem weinenden Auge festhalten, denn sie ist ein Relikt aus der glorreichen Nachkriegszeit Grenchens: Die Genossenschaft war die Hüterin des Parktheaters, als sich Vereine und Parteien noch um die Lokalitäten rissen, und sie sorgte darin für (politische) Ausgewogenheit und Gerechtigkeit.

Tempi passati, leider. Die Politik muss jetzt Farbe bekennen und sich entscheiden zwischen einem vernünftigen Gastro-Betrieb, wo Leistung auch einen Preis hat, und einer «Allmende», die von allen gratis genutzt werden kann (das heisst vom Steuerzahler finanziert). Der Fünfer und das Weggli geht auch hier nicht.

andreas.toggweiler@azmedien.ch