Roberto Zanetti

Eine Wahl ist kein Spaziergang

Nach CVP-Ständerat Pirmin Bischof meldet auch SP-Vertreter Roberto Zanetti Wiederwahlambitionen an.

Balz Bruder
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Roberto Zanetti (SP) und Pirmin Bischof (CVP, rechts) wollen den Kanton weiterhin im «Stöckli» vertreten.

Roberto Zanetti (SP) und Pirmin Bischof (CVP, rechts) wollen den Kanton weiterhin im «Stöckli» vertreten.

Hanspeter Baertschi

Alles andere als eine neuerliche Kandidatur von SP-Ständerat Roberto Zanetti wäre eine veritable Überraschung gewesen. Zu stark hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass der Ex-Regierungsrat seine Politkarriere über das Pensionsalter hinaus fortsetzen will. Seinen dramaturgischen Sinn bewies der «rote Röbu», indem er seine Ambitionen just an seinem 64. Geburtstag und am letzten Sessionstag publik machte.

Bleibt am 20. Oktober 2019 damit alles beim Alten? Die Wahrscheinlichkeit ist in der Tat hoch, dass das Duo Bischof/Zanetti auch in der nächsten Legislaturperiode die Solothurner Standesvertretung bilden wird. Erstens können die beiden mit dem Bisherigen-Bonus ins Rennen steigen. Zweitens gelten sie in Bundesbern in ihren Dossiers als sichere Werte. Und drittens zeichnen sich am Horizont derzeit keine Bewerbungen ab, die das Duo sprengen könnten.

Doch aufgepasst: Zum einen kann bis zur Wahl noch einiges passieren. Zum andern ist nicht auszuschliessen, dass FDP und/oder SVP einen Quereinsteiger aus dem Hut zaubern, der das Kandidatenfeld aufmischt. Das wäre gut für den Wahlkampf, aber auch für den Wettbewerb um die besten Ideen im Kampf um den Solothurner Einfluss unter der Bundeshauskuppel.

Eine Ständeratswahl darf kein Spaziergang sein, sondern muss mindestens eine Bergwanderung sein.

balz.bruder@schweizamwochenende.ch