Persönlich

«Unentschide?»

Urs Moser
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Die Freisinnigen haben sich bei der Abstimmung über das kantonale Polizeigesetz für Stimmfreigabe entschieden. (Symbolbild)

Die Freisinnigen haben sich bei der Abstimmung über das kantonale Polizeigesetz für Stimmfreigabe entschieden. (Symbolbild)

KEYSTONE/PETER SCHNEIDER

Punktestand bei Spielende: 47:41. Schlussresultat: Unentschieden. Doch, das ist höhere Mathematik. Und die beherrschen die Solothurner Freisinnigen aus dem Effeff. 47 Stimmen gegen das revidierte Polizeigesetz, 41 dagegen – das heisst Stimmfreigabe für die Abstimmung am 29. November, ist doch sonnenklar.

Wäre ich in einem Sportstadion gewesen, hätte ich lautstark ins Pfeifkonzert und die Protestrufe eingestimmt: «Schiri, mir wüsse, wo dini Huus wohnt.» Aber wir sprechen hier von einem Parteitag, und da musste ich als Beobachter der Szene mit jahrzehntelanger Erfahrung meinen grölenden Mit-Fans von der Westkurve nun einfach sagen: Ihr habt keine Ahnung von politischer Arithmetik, sorry, alles korrekt. Warum dann der Kauf von neuen Kampfjets nicht aufgeschoben wird? Das ist Lektion zwei, es hat keinen Sinn, jetzt mit euch darüber zu diskutieren.

Nur so viel: Politik ist nicht der Platz für Gefühlsduselei. Ob FDP-Präsident Stefan Nünlist Züri West mag, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber er weiss genau: «7:7, Unentschide isch’s nid, es isch 7:7 für mi», das gilt hier nicht. Es steht zwar sogar 47:41 – aber eben trotzdem nicht für ihn. Das zu erkennen, nennt man demokratisches Fingerspitzengefühl.

urs.moser@chmedia.ch