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Kommentar

Achtung Altersfalle

Statt Abwehrreaktionen zu provozieren, wäre es gescheiter, sich via hartnäckiges Herausstreichen der grossen Leistungen von Seniorinnen und Senioren Gehör zu verschaffen, meint Chefredaktor Jérôme Martinu.
Jérôme Martinu
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Zukunft Alter, so heisst die Messe, die an diesem Wochenende Besucher aus der ganzen Region nach Luzern locken wird. Monika Stocker (71) ist Präsidentin der unabhängigen Beschwerdeinstanz für das Alter und weibelt als solche für die Volksinitiative gegen Altersdiskriminierung. Das Bestreben der Zürcher Altstadträtin, dem Thema Seniorendiskriminierung einen prominenten Platz in der öffentlichen Agenda zu sichern, ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Insbesondere unter den Aspekten Wertschätzung und Generationensolidarität ist es wichtig, den möglichen Graben zwischen Alt und Jung so klein wie möglich zu halten. Stocker sagt: «Senioren werden abgewertet und lächerlich gemacht, weil sie nicht mehr Teil des Wirtschaftslebens sind.» Und: «Man jammert, als wäre es eine Katastrophe, dass es so viele Alte gibt.» Ist das wirklich so?

Aufgepasst: Hier lauert eine Altersfalle! Ja, es gibt solche Diskriminierungen. Zweifelhaft ist aber, ob diese tatsächlich so verbreitet sind, wie Stocker impliziert. Derart verallgemeinernde Aussagen sind kontraproduktiv.

Statt Abwehrreaktionen bei Mittelalterlichen und Jüngeren zu provozieren, wäre es gescheiter, sich via hartnäckiges Herausstreichen der grossen Leistungen von Seniorinnen und Senioren Gehör zu verschaffen. Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Einbringen von Erfahrung in öffentlichen Debatten: Nur zu oft wird der freiwillige Einsatz als selbstverständlich in Anspruch genommen.

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