Apropos
Und was ist mit Griechenland?

Die WHO benennt Varianten des Coronavirus nach dem griechischen Alphabet - um kein Ursprungsland einer Mutation zu diskriminieren. Darüber kann man in Griechenland nur noch müde lachen.

Rahel Empl
Rahel Empl
Drucken
Μένουμε σπίτι - wir bleiben zuhause. Dieses Graffiti findet sich in der griechischen Hauptstadt Athen. Dort ist man nicht gerade erfreut darüber, dass die Virusvarianten nach dem griechischen Alphabet benannt werden.

Μένουμε σπίτι - wir bleiben zuhause. Dieses Graffiti findet sich in der griechischen Hauptstadt Athen. Dort ist man nicht gerade erfreut darüber, dass die Virusvarianten nach dem griechischen Alphabet benannt werden.

EPA ANA-MPA

Alpha, Beta, Gamma, Delta: Bei griechischen Buchstaben dachten wohl die meisten von uns vor der Pandemie an den Matheunterricht. Heute stehen sie für Varianten des Virus, das die Welt seit bald zwei Jahren im Griff hat. Mittlerweile sind wir beim 15. Buchstaben angelangt, Omikron; Ni und Xi wurden ausgelassen, weil sich Menschen mit entsprechenden Vor- und Nachnamen diskriminiert fühlen könnten.

Das ist mitunter auch einer der Gründe, warum sich die WHO beim griechischen Alphabet bedient: Die Namen der Ursprungsländer der Mutationen sollten vermieden werden, damit die Länder nicht stigmatisiert oder diskriminiert werden.

Aber was ist dann mit Griechenland? Eine Freundin in Athen erzählt, Griechinnen und Griechen seien nicht gerade glücklich über die Tatsache, dass ihr Alphabet in aller Munde ist und bis in alle Ewigkeit mit einer derart miesen Sache in Verbindung gebracht wird. Sprich: Sie fühlen sich diskriminiert. Dumm gelaufen, liebe WHO.