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Kolumne

Auch wenn es pädagogisch nützlich ist: Verlieren tut weh

Arno Renggli

Ich habe gegen meinen fünfjährigen Sohn verloren. Richtig verloren! Also nicht wie beim Ping-Pong, wo er jedes Mal einen Punkt kriegt, wenn er nur schon die Tischplatte trifft. Oder beim «Tschau Sepp», wo ich ihm die guten Karten zuschanze. Oder beim Töggelen, wo wir auch alle Eigentore zu seinen Gunsten zählen. Ich weiss, das ist alles pädagogisch höchst fragwürdig. Er soll ja auch lernen zu verlieren! Aber ich habe empfindliche Ohren und bin vor allem harmoniesüchtig.

Nein, richtig geschlagen hat er mich im Memory. O Gott, ich werde langsam alt! Und realisiere, dass er in den kommenden Jahren in immer mehr Dingen besser sein wird als ich. Der Kreis des Lebens, oder so. Aber nicht schon heute. Siege, die ich ihm grossmütig überlasse, das ja. Aber echte Siege, dafür ist noch nicht die Zeit.

Ich kann auch noch besser werden, Alter hin oder her. Kann trainieren. Und im Memory setze ich primitive Memo-Techniken ein. Dann setze ich sie wieder ab. Warum? Wie gesagt: Vor allem bin ich harmoniesüchtig.

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