Kommentar

Beim Contact Tracing muss der Kanton Luzern ehrlicher kommunizieren

Mehrere Fälle zeigen, dass die Nachverfolgung von Corona-Infektionen im Kanton Luzern teils verzögert passiert. Umso wichtiger ist es, dass die Behörden transparent informieren.

Roseline Troxler
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Roseline Troxler.

Roseline Troxler.

Ein Blick auf die Luzerner Coronastatistik zeigt: Die Lage hat sich zugespitzt. Die Fallzahlen zeigen wie in Nachbarkantonen stark nach oben – sind gar höher als Ende März. Wobei die grössere Zahl registrierter Fälle zu einem grossen Teil auf die klar höhere Testzahl zurückgeführt werden kann. So oder so: Die steigenden Fallzahlen belasten das Contact-Tracing stark. Der Kanton Luzern räumt ein, dass er die Kapazitäten erhöhen muss.

Das muss schnell passieren. Denn wie unserer Zeitung vorliegende Fälle zeigen, verstreicht derzeit zu viel Zeit, bis die positiv Getesteten kontaktiert werden. Noch länger dauert es, bis Namen sowie Nummern der Personen aufgenommen werden, die in engem Kontakt standen. In dieser Zeit ist die Gefahr gross, dass sich weitere Personen anstecken.

Der Kanton Luzern betont zwar, dass er nach wie vor alle Kontaktpersonen der Infizierten selbst kontaktiert. Uns vorliegende Beispiele zeigen aber, dass das nicht immer zutrifft. Das ist sehr heikel. Wie kann der Kanton so sicherstellen, dass alle nahen Kontakte rechtzeitig informiert werden? Und hat es dieselbe Wirkung, wenn ich als Infizierte selber statt eine offizielle Stelle meinen uneinsichtigen Kollegen informieren muss, dass er sich in Quarantäne begeben soll? Die Entwicklungen der Pandemie sind unvorhersehbar. Umso wichtiger ist es, dass die Behörden ehrlich kommunizieren. Denn das ist die Bedingung, damit die angeordneten Massnahmen glaubwürdig bleiben.

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