Kommentar

Beim FC Luzern taut’s – der Ausgang ist ungewiss

Chefredaktor Jérôme Martinu über den Aktionärsstreit beim FCL und die beiden Hauptbaustellen.

Jérôme Martinu
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Endlich! Tauwetter in der Führung des publikumswirksamsten Zentralschweizer Vereins: Die zerstrittenen Aktionäre des FC Luzern wollen am runden Tisch wieder miteinander reden. Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg und seine Kontrahenten Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber, die Triple-S-Gruppe, wollen bis September 2020 entscheiden, wie es mit den Besitzverhältnissen weitergeht. Und die vier raufen sich auch beim Geld zusammen: Bis Herbst 2021 ist der Profibetrieb gesichert. Das sind gute Neuigkeiten! Es scheint, als hätte es Eskalation und öffentlichen Druck gebraucht, um die Bereinigung auszulösen.

Ist der Aktionärsstreit damit nun beendet? Nein. Die Verhandlungen haben erst begonnen – der Ausgang ist ungewiss. Das sind die zwei Hauptbaustellen: Erstens muss die Situation zwischen Hauptaktionär und Triple-S-­Gruppe geklärt werden. Aufgrund der Heftigkeit des bisherigen Machtkampfs wäre es keine Überraschung, wenn die Bereinigung den Abgang einer Seite zur Folge hätte. Wie und wer auch immer: Je klarer die Verhältnisse, umso besser.

Zweitens müssen die Strukturen im Aktionariat (juristisch) verbindlicher geregelt werden. Handschlag-Vereinbarungen mögen in «Friedenszeiten» taugen. Im schnelllebigen, emotionalen Fussballgeschäft braucht es indes professionellere Grundlagen. Und je nach künftiger Zusammensetzung des Aktionariats auch ein per se neutrales Verwaltungsratspräsidium.