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Kommentar

Die Lehre ist kein Selbstläufer

Alexander von Däniken, Ressortleiter Kanton Luzern, über die Gründe, weshalb immer weniger Jugendliche die Berufsmatura absolvieren und wie man dagegen vorgehen soll.
Alexander von Däniken
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Alexander von Däniken

Was sind wir stolz auf unser duales Bildungssystem! Die Ausbildung als koordinierte Aufgabe von Lehrbetrieben und staatlichen Berufsschulen sorgt für tiefe Jugendarbeitslosigkeit in der Gesellschaft und hohe Praxistauglichkeit der Lehrabgänger. Dank der Berufsmatura sind Um- und Aufstiegsmöglichkeiten problemlos möglich.

Doch die Visitenkarte vergilbt. Im Kanton Luzern haben dieses Jahr 831 Jugendliche die Ausbildung zur Berufsmatura begonnen – 23 weniger als letztes Jahr. Der Abwärtstrend wird gemäss dem Bundesamt für Statistik bis 2025 weitergehen. Das gilt auch für die anderen Zentralschweizer Kantone. Demgegenüber rechnet der Bund schweizweit mit einem Zuwachs von Gymi-Abschlüssen.

Mögliche Gründe für die sinkende Beliebtheit der Berufsmatura gibt es einige: Lehrbetriebe wollen für einen zusätzlichen Schultag pro Woche nicht auf ihre Schützlinge verzichten oder befürchten, diese nach der Berufsmatura zu verlieren. Lehrlinge sind den hohen Anforderungen nicht gewachsen. Und der Stellenwert der Lehre generell sinkt gegenüber jenem der Gymnasien.

Die Lehre ist kein Selbstläufer. Gefordert sind alle Beteiligten. Lehrbetriebe dürfen den Mehraufwand nicht scheuen, Sekundarschulen und Berufsbildungszentren müssen die Vorteile einer Lehre besser aufzeigen – und Eltern stärker auf die handwerklichen Fähigkeiten ihrer Kinder eingehen.

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