Kommentar
Luzern muss ein Blackout-Szenario endlich ernst nehmen

Die Beratungsfirma, die im Auftrag der Stadt Luzern den Sicherheitsbericht verfasst, richtet eine Rüge an die Verwaltung. Bestimmte Massnahmen, die bereits 2013 im Bericht aufgeführt wurden, seien bis heute nicht umgesetzt.

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Simon Mathis.

Simon Mathis.

Was tun, wenn plötzlich der Strom ausfällt? Im Alltag stellt man sich diese Frage selten. Uns ist zu wenig bewusst, wie abhängig wir mittlerweile von elektronischen Geräten und dem Internet sind. Wir sind der Technik derart ausgeliefert, dass im neuen Sicherheitsbericht der Stadt Luzern Stromausfälle als besonderer Gefahrenherd aufgeführt werden. Denn Blackouts bleiben zwar rar, ihre Auswirkungen werden aber – gerade in den grossen urbanen Zentren – immer gravierender.

Noch mehr: Die Beratungsfirma, die den Bericht alle drei Jahre im Auftrag der Stadt Luzern verfasst, richtet eine Rüge an die Verwaltung. Bestimmte Massnahmen, die bereits 2013 im Bericht aufgeführt wurden, seien bis heute nicht umgesetzt. Betriebe und Bevölkerung seien noch zu wenig für Stromausfälle sensibilisiert, eine Anlaufstelle für die Bevölkerung bei einem Stromausfall lässt auf sich warten.

Der Grund für das langsame Voranschreiten ist die Tatsache, dass Stromausfälle durch die Maschen der klassischen Direktionen fallen. Klartext: Niemand fühlt sich so recht verantwortlich. Der Stadtrat tut gut daran, die Rüge ernst zu nehmen. Er muss klare Verantwortlichkeiten schaffen und die liegen gebliebenen Massnahmen so schnell wie möglich angehen. Ob dafür allerdings gleich eine neue Stelle für einen Stromausfall-Projektleiter zu schaffen ist, wie dies im Raum steht, ist zu bezweifeln.

So oder so: Die Stadt Luzern kann jetzt beweisen, dass der Sicherheitsbericht auch eine Plattform der Selbstkritik ist.