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[TEST] Blochers Aus in Basel ist kein Grund zur Häme

Christoph Blocher zieht sich aus seinem Engagement bei der "Basler Zeitung" zurück. "Auch Blocher kann sich nicht beliebig gegen die Kräfte des Marktes stemmen. Eine Schande ist das nicht", schreibt unser publizistischer Leiter Pascal Hollenstein in seinem Kommentar.
Sascha Gierga
Christoph Blocher war seit 2014 Mitbesitzer der "Basler Zeitung". Nun beendet er sein Engagement am Rheinknie.

Christoph Blocher war seit 2014 Mitbesitzer der "Basler Zeitung". Nun beendet er sein Engagement am Rheinknie.

Christoph Blocher hat sein publizistisches Experiment am Rheinknie beendet. Die ­"Basler Zeitung" (BaZ), die der SVP-Doyen fintenreich in seinen Besitz gebracht hat, gehört nun der Zürcher Tamedia. Geschichte ist damit auch der Versuch, in einer linksliberalen Stadt ein nationalkonservatives Blatt zu verlegen. Die Ära von Chefredaktor Markus Somm neigt sich dem Ende zu.

Von links wird der Verkauf der BaZ mit Häme kommentiert. Blocher sei unternehmerisch und publizistisch gescheitert. Wirklich? Gibt es denn in der Deutschschweiz eine Tageszeitung in der Grösse der BaZ, die heute noch vollständig unabhängig erfolgreich sein kann? Auch diese Zeitung ist in einem Verbund, bald schon in einem noch grösseren. Die Medienkonzentration, die wir erleben, ist keine Folge unternehmerischen Scheiterns, sondern eines fundamentalen Umbruchs in der Medienökonomie. Fakt ist: Auch Blocher kann sich nicht beliebig gegen die Kräfte des Marktes stemmen. Eine Schande ist das nicht. Zudem ist die These, die BaZ habe nur wegen ihrer politischen Ausrichtung derart rasant an Abonnenten verloren, reichlich kurz gegriffen. Auch andere Titel schrumpfen. Es war Kampagnen- und Fertigmacher-Journalismus, der der BaZ geschadet hat, nur in zweiter Linie die politische Positionierung.

Die BaZ unter Markus Somm hat die politischen Kräfte in Basel nicht bewegt. Und wenn, dann in eine Richtung, die sie nicht wollte: Die Stadt ist weiter nach links marschiert. Zeitungen, so lernen wir, sind wichtig. Aber sie können die Politik nur sehr beschränkt beeinflussen. Das ist keine schlechte Nachricht. Blocher hin oder her.

Pascal Hollenstein
pascal.hollenstein@tagblatt.ch

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