Café Fédéral
Lauber, Infantino und der Justizfriede

Wird je geklärt, was Bundesanwaltschaft und Fifa an den ominösen «Schweizerhof»-Treffen kungelten? Es sieht schlecht aus.

Henry Habegger
Henry Habegger
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Die Ermittlungen gegen den früheren Bundesanwalt Michael Lauber sollen gleich von zwei ausserordentlichen Bundesanwälten fortgeführt werden.

Die Ermittlungen gegen den früheren Bundesanwalt Michael Lauber sollen gleich von zwei ausserordentlichen Bundesanwälten fortgeführt werden.

Keystone

Es war ein gutes Jahr für die helvetische Justiz. Also, je nach Standpunkt.

Ihr vom Karren gefallener Zauberlehrling, Bundesanwalt Michael Lauber, wurde unter öffentlichem Druck aus dem Spiel genommen. Stefan Keller, der scharfe Sonderermittler in der Fifa-Affäre, wurde ausmanövriert. Durch einen schiefen Spruch des Bundesstrafgerichts, das selbst bis zum Hals in der Fifa-Affäre steckt. Und zu «guter» Letzt wurde die Justizinitiative klar versenkt. Sie hätte gewaltige Machtverschiebungen im Justizgefüge gebracht.

Der helvetische Justizfriede ist wiederhergestellt. Er stellt sicher, dass Recht gesprochen wird. Aber nicht zu viel. Und nicht am falschen Ort.

Mit Stefan Blättler leitet eine solide Grösse die Bundesanwaltschaft. Mit Alberto Fabbri (Die Mitte) wird ein Mann Präsident des skandalträchtigen Bundesstrafgerichts, der seine Loyalität zu den Institutionen mehrfach bewies. Statt Keller sollen zwei Sonder-Bundesanwälte in der Fifa-Affäre ermitteln: Ulrich Weder und Hans Maurer, beide Zürcher. Die Prognosen gehen dahin, dass sie die Verfahren um die «Schweizerhof»-Kungeleien von Bundesanwalt Lauber und Fifa-Chef Infantino einstellen werden. Nach dem Motto: Der helvetische Justizfriede ist retabliert, jetzt bloss keine Hasen aufscheuchen.

Wahrheitsfindung im «Schweizerhof»? Es sieht schlecht aus. Aber wir lassen uns gerne positiv überraschen.

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