Das geklaute C

Die CVP diskutiert über das C im Parteinahmen, der Schwesterpartei in Deutschland wurde das C gar gestohlen

Sven Altermatt
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Eine kurze Halbwertszeit hatte ein im Frühling erschienenes Interview von CVP-Präsident Gerhard Pfister mit dem Onlinemagazin «Republik». «Ich sehe das C als Alleinstellungsmerkmal. Und die Partei sieht es auch so», sagte Pfister. «Wir werden das C nicht abschaffen. Identitäts­fragen werden immer wichtiger – ­gerade darum ist das C eine hervor­ragende Marke.» Nun scheint das bereits Schnee von gestern zu sein. Denn Pfister stellt das C wieder zur Disposition, wie die «NZZ am Sonntag» berichtete. Das Parteipräsidium diskutiere derzeit über die jüngste Etappe seines Strategieprozesses, erklärte Pfister. Dazu gehöre auch «eine umfassende Analyse der Marke CVP». Das Sonntagsblatt spekuliert über eine Mittepartei, nachdem die CVP mit der BDP und der EVP bereits die Mitte-Fraktion gegründet hat.

Was sich mit dem C einer christdemokratischen Partei so anstellen lässt, demonstrierten dieser Tage Greenpeace-Aktivisten in Deutschland. Sie montierten das grosse C in der Berliner Parteizentrale der CDU ab und nutzen es für verschiedene Aktionen im ganzen Land. Man wolle das C mit Leben füllen und die Partei auffordern, ein neues Klimapaket vorzulegen, liessen die Aktivisten verlauten. Der Partei gelang es, den PR-Stunt durch eine Gegenkampagne aufzufangen. «Liebes C, den Seitensprung verzeihen wir Dir», wendete sie sich an die Aktivisten. Und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte flugs: «So ein C für Christlichkeit und Nachhaltigkeit kann auch Greenpeace nicht schaden, wir leihen das also gerne für kurze Zeit einmal aus.»