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Kommentar

Griechenland ist ausgezehrt

Am Montag endet das Hilfsprogramm für das überschuldete Griechenland. Dem Land geht es allerdings alles andere als gut.
Gerd Höhler, Athen
Griechenland-Korrespondent Gerd Höhler. (Bild: PD)

Griechenland-Korrespondent Gerd Höhler. (Bild: PD)

Nach einer achtjährigen Therapie sollte es einem Patienten besser gehen als zu deren Beginn. Im Fall Griechenlands, das sich heute von den Hilfsprogrammen der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds ab­nabelt, ist es umgekehrt: Das Land und seine Menschen sind ausgezehrt. Die Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie am Anfang der Rettung, Löhne und Renten fielen im Durchschnitt um 30 Prozent. Jeder Dritte ist von Armut bedroht.

Da fällt es schwer, von einem Erfolg zu sprechen. Griechenland trägt dafür Mitverantwortung. Die Institutionen des Landes sind schwach, Korruption und politische Vetternwirtschaft sind tief verwurzelt. Die Athener Regierungen verschleppten Reformen, weil sie Konflikte mit Interessengruppen und der eigenen politischen Klientel scheuten. Schuld trifft aber auch die Kreditgeber. Sie unterschätzten die Wirkung der Sparvorgaben und trieben so Griechenland in eine Rezession, die hinsichtlich Tiefe und Dauer sogar die «Grosse Depression» in den USA Anfang der 1930er-Jahre übertraf. Das Ergebnis dieser «Rettungspolitik» ist eine humanitäre Katastrophe, die Hellas auch wirtschaftlich lähmt.

Griechenland braucht jetzt eine tiefgreifende Reform der öffentlichen Verwaltung. Das Land muss Strukturen und Institutionen aufbauen, die seine Zukunft sichern – im Gesundheitswesen, in der Sozialversicherung und im Bildungssystem. Dringlich sind auch eine Justiz-, Verwaltungs- und Steuerreform, die Griechenland für Investoren attraktiver macht. Die EU kann bei dabei helfen. Voraussetzung ist allerdings, dass Griechenland sich helfen lässt. Daran hat es bisher oft gehapert.

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