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Kommentar

Der Kunde ist (saudi-arabischer) König

Saudi-Arabien hat den Tod von Journalist Jamal Khashoggi eingestanden. Von der Leiche fehlt weiterhin jede Spur. Offen ist, ob das Verbrechen Konsequenzen für Geschäfte des Westens mit dem Königreich haben wird.
Sasa Rasic, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»
Sasa Rasic

Sasa Rasic

Nun ist die offizielle Version der Regierung in Riad da. Der Journalist Jamal Khashoggi ist im saudi-arabischen Konsulat im türkischen Istanbul getötet worden. Laut der Generalstaatsanwaltschaft in Riad sei es zu einer «Schlägerei» zwischen Khashoggi und Männern im Konsulat gekommen, «die zu seinem Tod führte». In diesem Zusammenhang wurden 18 Verdächtige verhaftet und Vize-Geheimdienstchef Ahmad al-Assiri sowie der königliche Medienberater Saud al-Kahtani des Amtes enthoben. Über zwei Wochen nach seinem Verschwinden im Konsulat hat Saudi-Arabien den Tod Kha­shoggis eingestanden – und dabei immer noch nicht für restlose Klarheit gesorgt. Am besten drückt es die Reaktion des US-Kongressabgeordneten Eric Swalwell aus: «Wo ist die Leiche?»

Ruft man in diesem Konsulat nicht wie jeder gesunde Mensch die Polizei, wenn jemand in den eigenen Räumlichkeiten bei einem «Unfall» stirbt? Oder hat der fehlende Leichnam doch eher mit den von türkischen und US-Nachrichtendiensten erwähnten Aufnahmen einer Folterszene und der Zerteilung eines Körpers zu tun? Es wird spannend sein, mehr über diese «Schlägerei» zu erfahren, bei der ein Beteiligter nicht einmal mehr in einem Stück zurückbleibt.

US-Präsident Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass ihm die laufenden Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien wichtiger sind, als dem Regime gegenüber Härte zu zeigen. Etwas weniger offen, aber im gleichen Sinn hat sich unser Bundesrat dieses Jahr mit der Anpassung der Verordnung bezüglich des Kriegsmaterialexports gezeigt, dass der Profit der heimischen Rüstungsindustrie höher zu gewichten ist als Menschenrechtsverletzungen. Immerhin ist der Kunde (der sehr wohlhabende saudische) König. Diverse Grausamkeiten Saudi-Arabiens an Zivilisten im Jemen-Krieg schrecken den Bundesrat jedenfalls nicht ab, Schlupflöcher für das Beliefern von Konfliktländern zu schaffen. Ob der aktuelle politische Mord etwas daran ändert, liegt erstaunlicherweise nicht auf der Hand. Man fragt sich, wie viele tote Journalisten und andere Zivilisten noch dazukommen müssen, bis eine rote Linie überschritten ist, welche das Geschäften mit einem derart zwielichtigen Staat definitiv inakzeptabel macht – und ob eine solche Linie überhaupt existiert.

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