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Kommentar

Der US-Präsident würde besser auf gute Argumente setzen

Wieso US-Präsident Donald Trump gerade in Sachen Währungspolitik besser beraten wäre zu schweigen.
Renzo Ruf, Washington
Renzo Ruf.

Renzo Ruf.

Selbst Paul Volcker war nicht gegen politische Druckversuche gefeit. Der legendäre Notenbanker, der in den Siebziger- und Achtzigerjahren die zweistellige Inflationsrate zähmte, erinnerte sich kürzlich an eine Episode im Sommer 1984. Im Weissen Haus habe er damals den präsidialen Befehl erhalten, vor dem Wahltag im November auf eine Zinserhöhung zu verzichten. Diese Episode zeigt: Auch wenn die US-Notenbank in der Theorie politisch unabhängig ist, sehen sich die Währungshüter in der Praxis immer wieder politischen Druckversuchen ausgesetzt.

Gemeinhin finden solche Druckversuche aber hinter verschlossenen Türen statt. Trump verstösst aber auch gegen diese Konvention. Er wettert vor laufenden Kameras gegen Fed-Chef Jerome «Jay» Powell, weil er Angst hat, die Notenbank würge den Aufschwung ab. Diese Angst ist nicht unberechtigt, hält doch die Expansion der US-Konjunktur bereits eine Dekade an. Trump tut sich mit seiner Kampagne gegen die Fed aber keinen Gefallen. Er schafft Verunsicherung an der Börse, die zwar kein perfekter Indikator über den Zustand der Volkswirtschaft ist, deren Kursschwankungen aber stark beachtet werden. Trump wäre deshalb besser beraten, in der Öffentlichkeit zu schweigen. Und auf die Kraft seiner Argumente zu setzen. Was für ein guter Vorsatz fürs neue Jahr!

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