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Kolumne

Die gute alte Frankenstimme

Bisher war für Investoren die Nachhaltigkeit aufgrund der unsicheren Rendite eher ein Bremsschuh. Doch nun sind derartige Anlagen im Aufwind.
Sasa Rasic Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»
Sasa Rasic.

Sasa Rasic.

Bisher war es so, dass man sich zwischen Profit und Nachhaltigkeit entscheiden musste. Solarkollektoren? Eine gute Sache, aber noch teuer und da witterungsbedingt nicht immer als alleinige Stromquelle brauchbar. Elektroautos? Viele Vorteile, aber aufgrund von Reichweiten und nicht überall vorhandenen Ladestationen muss die Route vor allem auf längeren Strecken gut geplant sein.

Ähnlich präsentiert sich auch die Situation bei Finanzanlagen. Renditeeinbussen muss man bei nachhaltigen Investments in Kauf nehmen. Oder besser gesagt, bisher war es immer so. Jetzt aber wächst diese Art von Anlagen deutlich. Die nachhaltigen Fonds haben innerhalb von einem Jahr 21 Milliarden Franken Neugeld angezogen. Diese Anlagen generierten zirka doppelt so viel Neugeld wie alle Publikumsfonds zusammen. Speziell an dieser Entwicklung ist, dass in der Schweiz institutionelle Anleger wie Pensionskassen gar nicht staatlich verpflichtet sind, nachhaltig zu investieren – anders als zum Beispiel in der EU. Das Wachstum ist also auf indivi­duelle Dynamik und nicht auf gesetzliches Diktat zurückzuführen. Viele Bürger schauen derzeit eben genau hin, welche Auswirkungen ihr Geld hat. Oder wie es der Bundesrat ausdrückt: «Mit der zunehmenden Sensibilisierung der Kunden steigt auch ein mit klimaschädigenden Geschäftsmodellen einhergehendes Reputationsrisiko.»

Sich für die einem am Herzen liegenden Themen zu engagieren ist unerlässlich. Doch wie so oft zeigt sich hier, dass mehr als jedes Flugblatt oder Sensibilisierungs-­Webseite die gute alte Frankenstimme den Ausschlag für einen effektiven Wandel gibt. Wenn die Rendite stimmt, rückt das ideologische Anliegen in den Hintergrund. Üblicherweise führte dies dazu, dass die negativen Konsequenzen des Investments – also Umweltverschmutzung, Ausbeutung, heikle Rüstungsexporte – ausgeblendet oder schlichtweg in Kauf genommen wurden. Für einmal kommt es jetzt aber zum gegentei­ligen Effekt. Mit finanziellem Erfolg und reinem Gewissen bezüglich Nachhaltigkeit können sich die Investoren gleich doppelt auf die eigene Schulter klopfen. Und sozusagen den Fünfer und das vegane Fair-Trade-Weggli geniessen.

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