Glosse

Die SBB auf den Spuren von Spock

 

Andreas Möckli
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Der Halb-Vulkanier Mr. Spock (links) war eine der Hauptfiguren der ersten «Star Trek»-Serie. (Bild: KEYSTONE/AP Paramount Television/ANONYMOUS)

Der Halb-Vulkanier Mr. Spock (links) war eine der Hauptfiguren der ersten «Star Trek»-Serie. (Bild: KEYSTONE/AP Paramount Television/ANONYMOUS)

Die Bedürfnisse der Mehrheit überwiegen die Bedürfnisse der Wenigen oder eines Einzelnen. Diesem Diktum folgt das Volk der Vulkanier in der Fernsehserie Star Trek. Die spitzohrige Spezies hat im Verlauf ihrer Geschichte den Emotionen fast völlig entsagt. Die Vulkanier mit ihrem berühmtesten Aushängeschild Spock haben ihr Handeln der Logik unterworfen. Der eingangs zitierte Satz gilt dabei als eine der Leitlinien dieses Denkens.

Die Trekkies, wie die Fans der Serie genannt werden, dürften bemerkt haben, dass sich auch die SBB der vulkanischen Logik bedienen. Um Verspätungen aufzuholen, lassen die Bundesbahnen planmässige Stopps unvermittelt aus, wie jüngst zu erfahren war. Die Begründung der SBB: Es handle sich dabei um eine «Massnahme zum Nutzen der Mehrheit». Anders formuliert: Damit eine Mehrheit der Reisenden nicht mit noch gravierenderen Verspätungen konfrontiert wird, muss eine Minderheit genau solche hinnehmen. Zumindest Spock würde die Massnahme begrüssen – wenn auch frei von Emotionen.