Kommentar

Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien ist nicht gratis

Der Weg in die fossilfreie Zukunft ist steinig, doch der technische Fortschritt wird vieles erleichtern.

Bruno Knellwolf
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Bruno Knellwolf.

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Bild Pd

Das Forschungsergebnis tönt fantastisch: keine fossilen Treibstoffe und kein Atomstrom mehr in der Schweiz bis 2050. Das sei technisch machbar, sagen die 300 Forscher, welche die Energiewende-Strategie im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Energie» untersucht haben. Damit würden auch die Ziele der vor kurzem eingereichten Gletscher-­Initiative erreicht.

Ein Weg in eine fossilfreie Zeit mit mehr Fotovoltaik, intelligenteren Energieströmen, besserer Speicherung des flatternden Stroms und stärker gedämmten Häusern. Wer wollte da Nein sagen und jenen glauben, die stattdessen vor Versorgungslücken und Strom-Blackouts warnen? Doch die Empfehlungen der Forscher sind deutlich weniger konkret als das markante Studienergebnis und verscheuchen die Skepsis nicht gleich. Vor allem laufen sie doch sehr auf Regulation, Lenkungsmassnahmen, Verzicht, Verbote und deutlich höhere Energiepreise heraus. Mit dem allein lässt sich die oft fehlende Akzeptanz für erneuerbare Energieprojekte nicht verbessern.

Doch die Zeit wird für die Studienautoren arbeiten. Denn in den nächsten 30 Jahren wird sich die Technik noch um ein Vielfaches ohne Komforteinbusse verbessern und neue Geschäftsmodelle eröffnen, an denen sich viele beteiligen wollen. So wie einst der Abgaskatalysator zur Selbstverständlichkeit wurde, werden es Technologien für erneuerbare Energien. Gratis sind sie allerdings nicht.